» Kabelblume » Dear Diary | Leander auf Tour I Dear Diary | Leander auf Tour I » Von bea » Wir, Lars, Bus, Der, Bernd, Das, Zeit, Und, Die, Daniel, The, Emden, Leander, Björn, Bis, Als, Mob, Menschen, Tankstelle, Jetzt » » Kabelblume

Dear Diary | Leander auf Tour I

leander Leander sind gerade auf den Straßen und in den Clubs Deutschlands unterwegs. Selbstverständlich erlebt man dabei sehr viel Berichtenswertes – Stau, Cateringqualität, technische Probleme, Lagerkoller etc. Wir sind froh und dankbar, dass Leander aka. die Gebrüder Kranholdt uns an ihren Erlebnissen teilnehmen lassen – in Bild und Schrift in diesem Diary ihrer Tour.
[mp3 url="http://cache03-music01.myspacecdn.com/19/std_f2eeb674162cbfb52ce72758debe14bd.mp3?bandid=35168628&songid=39443835&token=1198077878_f3fb0fad6d959a87331dfc50c7d2757d&p=aHR0cDovL2NhY2hlMDMtbXVzaWMwMS5teXNwYWNlY2RuLmNvbS8xOS9zdGRfZjJlZWI2NzQxNjJjYmZiNTJjZTcyNzU4ZGViZTE0YmQubXAz&a=1"]Leander – Directions[/mp3]

leander_hh17.12.2007
Hamburg
MS. Stubnitz

Wir haben irgendwie innerlich ausgemacht, dass wir uns viel zu viel Zeit lassen. Diesmal auch. Unter anderem hat Lars die Abholung des Tourbusses zu spät angesetzt hat. Schuldige auch zu benennen war schon immer genau unser Ding. Das Hetzen vor der Abfahrt lässt dann auch die Schlafsäcke liegen. Alle im Bus, Björn hat Baguettes und Capri Sonne dabei, los geht’s.

Der Bus wird warm und Björn schläft ein. Lars auch. Es gibt nur Radio oder Kassetten und jene haben wir vergessen. Wer wollte noch gleich das komplette Sortiment von Froggi Records aufkaufen? Bis wir an Wittstock vorbeifahren kann man noch gut Motor FM hören, danach wirds ab und zu leise. Bis auf Lars, der lautstark Tar…Feathers Lieder singt (and again, and again, and again, and again…). Dafür darf er an der nächsten Tankstelle einen Adapter für MP3-Player bezahlen. Jetzt also auch gute Musik mit Melodieverläufen, die sich einem auch erschließen, im Gegensatz zum gebrüllten Gesang von der Hinterbank.

Die MS Stubnitz ist wohl früher mal ein Fischkutter der Ostsee gewesen. Super Ambiente und ein Empfang, wie man es sich wünscht. Und das Catering ist der Wahnsinn! Die Nachspeise!!! Der Sound ist dann schwierig, auch klar in einer Metallhöhle irgendwie. Vor uns spielen die Hamburger “The Sea” und sind sehr gut wiedermal. Daniel verschwindet kurz vor dem Auftritt spurlos und Lars will ihn ausrufen lassen; der fantastische Tontechniker ist auch irgendwie verschollen. Dann geht alles irgendwie schnell. Wir werden aufgezeichnet, Kameras und Flachbildschirme überall. Wir sind dann eher mäßig zufrieden. Die Party danach geht lang und laut – Björn spendiert Sekt, kann er sich ja leisten, seit er bei The Killers spielt. Ein paar (neue) Freunde lassen sich schließlich sogar mit uns im Schiff einschließen und bekommen unsere Betten. Ob sie ihren Kindern davon erzählen werden?

Wir dürfen mit unserem Bus nicht bis ans Schiff fahren, da steht der Hafenmeister mit seiner Bürokratie dazwischen. Also wieder Pendelverkehr mit dem für die Überseebrücke zugelassenen Pkw. Dann sitzen wir erstmal fest, der Bus springt nicht an, der ADAC lässt auf sich warten, wir frieren erbärmlich. War dann aber alles nicht so schlimm, wir müssen nur Strom sparen. Adapter umsonst gekauft, Musik gibt’s nicht mehr.

Los jetzt nach Emden. Wir sind schon wieder zu spät.

leander_emden18.12.2007
Emden
Grusewsky

Wieder ein sehr herzlicher Empfang in Emden, wo wir von Bernd, dem Bassisten von Enno Bunger und Heimathafen – Veranstalter, aufgenommen werden. Aufwärmen bei Tee und Cafe´ – der Bus wird, um Strom zu sparen, auch nicht mehr beheizt – und Gesprächen über Ostfriesland und Otto Waalkes. Der wurde hier geboren. Irgendwer anders auch. Bernd hat leider keine Ottofilme. Wir könnten ins Otto-Hus gehen, um die dort permanent laufenden anzusehen, aber wir haben keine Zeit.

Das Grusewsky liegt gleich gegenüber und ist eine nette kleine Bar mit einer leider etwas anderen Vorstellung von Lautstärke. Alles wird trotzdem irgendwie gut, nachdem wir gelernt haben, wie man ganz professionell Kabel festklebt. Wir geben uns als Barband und Robert spielt unglaublich leise und zaghaft Schlagzeug. Eine uniformierte Mädchengruppe klatscht dann unglaublich gut daneben im Takt und verlangt, dass Lars lauter singt. Auf den Vorschlag sich direkt vor die Box zu setzen, gehen sie leider nicht ein.

Wir feiern bei Rotwein, Bier, Caipirinha und warmer Milch mit Honig. Unter letzterem leidet unser Ruf als Rockband, also benennen wir uns später noch in The Beast um. Wir machen jetzt Noise, Bernd spielt auch mit. Als wir den Bus beladen, werden wir von vorbeifahrenden Mädchen zu einer Privatparty eingeladen, auf der außer diesen beiden Mädchen nur Jungs sind. Und alle sind Medientechniker. Bis auf einen, der ist Informatiker. Wir sehen unsere Chance gekommen, dass mit dem Rockbandimage wieder hinzukriegen, trinken das letzte Bier aus und verschwinden unter dem Vorwand, neues zu holen. Jetzt plagt uns das schlechte Gewissen.

Lars verbrennt sich erst an einer Pizza seine Lippe, dann rettet er Bernds Teppich vor Brandlöchern. Mit bloßen Händen. Der Held. Wir hören Weihnachtslieder, oder besser, nur eins. Mit Mario Cart schlafen wir dann ein.

oldenburg_.jpg19.12.2007
Oldenburg
Polyester


Bernd hat heute morgen eine Präsentation und wir warten mit dem Frühstück auf ihn. Als wir es nicht mehr aushalten, kommt er rein, perfektes Timing, perfekte Brötchen. Oach Oldenburg braucht man wohl nur eine Stunde, wir planen mal besser zwei ein, wollen unbedingt pünktlich kommen. Die Nachricht, dass wir erst zwei Stunden später da zu sein brauchen, erreicht uns nicht mehr, dafür gehen wir auf den Weihnachtsmarkt. Viel besser als in Berlin, weniger aggressives Gedränge, nichtmal vor den Glühweinständen kracht es. Wie Weihnachten sein sollte. Wir beschenken uns selbst noch mit kleinen Modeaccessoirs.

Das Polyester ist ein wirklich sehr gemütlicher Laden im Bollywood- oder 60s-look ohne Bühne, dafür mit sitzgelegenheiten. Nach langer Zeit machen wir mal wieder verrückterweise selbst Einlass. Da kann man schonmal auf Tuchfühlung mit dem zu bändigenden Mob gehen. Wobei Mob heute nicht zutrifft, eher Familie. Von der Stimmung her sowieso. Swansea spielen vor uns, unglaublich nette und höfliche Menschen, denen derSchlagzeuger abhanden gekommen ist. Als Ersatz haben sie einen Kassettenrekorder dabei. Klingt super. Da stört dann auch kein Antivirenprogramm.

Lars erzählt dem Publikum, dass wir eine Reggae/Dancehall-Band seien. Kommt aber nicht so gut an. Und als Band erlebt man in Niedersachsen derzeit schon eine bisher eher ungekannte Fluktuation zwischen Konzertraum und irgendwo, weil hier schon realisiert ist, was überall anders zum Jahreswechsel auch kommt: Rauchverbot.

Später lernen wir sehr interessante Menschen beim Kickern und an der Bar kennen. Daniel freundet sich mit einem zweiten Lars an, der Rest mit einem Australien-Auswanderer auf Entzug, oder so. Zum Schlafen gehen gibt es heute mal Tequila. Und ganz wichtig : Geschlafen wird im Club. Hätten wir länger schlafen können, hätte das wahrscheinlich sogar richtig gut getan.

Auf der Rückfahrt werden heute sogar die Quartett-Karten ausgepackt und Robert findet endlich Zeit zum Lesen. Wir schenken uns das Stromsparen, weil der Bus heute morgen trotz allem wieder nicht angesprungen ist, hören Delbo, Interpol und allerlei Elektronika. Das rächt sich nur leider an der nächsten Tankstelle. Daniel macht den Fahrer eines polnischen Abschleppdienstes durch Geklopfe an dessen Fenster wach. Der scheint nichts zu verstehen. 5 minuten später steht er verschlafen und mit Starterkabel vor unserem Bus. Lars hilft ihm beim Anschließen der Hilfsbatterie und erlebt einen atemberaubenden Funkenflug, aber der Wagen springt an. Glück gehabt.

>>>to be continued<<<


(bea)

  • Keine(r)
  • 1 Kommentar

    1. hamburg war ich dabei. war wunderschön, auch wenn mir das ende leid tut. hättet doch auf der stubnitz alle noch einen tee bekommen… bestimmt.

    Kommentar verfassen