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Die Schönheit vom Touren mit Tomte

tomte_promo02.jpgTourtagebücher gibt es zu Hauf. Bücher über Bands – wer ist wer, was macht dieser, warum steigt jener aus und so weiter. Das 2006 erschienene Tour- Tagebuch “Die Schönheit der Chance” über Tomte von Hilmar Bender reiht sich also in eine lange Serie von Büchern ein, bringt dabei aber das gewisse Etwas, die Menschlichkeit, zum Vorschein.
Private Einblicke in das Leben der Bandmitglieder von Tomte sind kaum übergehbar, will man mehr über den Aufstieg – und in diesem Falle kann man nur von Aufstieg reden – innerhalb von 220 Seiten erfahren.

Es zeigt, wie die kleine Indie-Band Tomte sich etwas aufbauen, wovon sie leben können. Denn sie haben sich den Arsch abgespielt, wie es so schön heißt.
Vom Anfang, eine Band zu gründen, die keinen Punk macht, obwohl sie aus einem Punk-Umfeld stammt geht der Traum weiter bis zur Labelgründung des bekannten Grand Hotel van Cleef in Hamburg.

Die erste Tour mit dem neuen Album “Hinter all diesen Fenstern” zeigt das durchaus unglamoröse Leben im Sprinter, auf der Straße, im Backstage mit schlechtem Essen oder die verzweifelte Suche nach Bier in Hotels. Die Situation auf Tour zu sein ist ein Ausnahmezustand, nichtsdestotrotz der Lebensinhalt einer jeden Band. Tomte haben es geschafft, sich einen Namen als qualitativ ansprechende Live-Band zu machen. Vor allem die Ansagen von Sänger Thees Uhlmann alias Uhlo sind spektakulär, was immer wieder vom Autor, der die Ansagen hinter seinem Merchandise-Stand genießt, hervorgehoben wird. Es geht von Stadt zu Stadt, kleiner Club – großer Club, dreckig – sauber, alt – neu. Mit Erinnerungen aus der Jugend und dem Punker-Dasein behaftete Veranstaltungsorte werden Träume wahr. Auf der Bühne zu stehen, wo früher die eigenen Helden gefeiert haben, ist grandios und macht die Abende unvergessen. Auch Aktionen wie mit der Hansen Band oder den Akkustik-Sessions von Uhlmann tragen ihren Teil dazu bei.

Nur wenige Zeit später geht es abermals auf Tour, um das bis dato aktuelle Album “Buchstaben über der Stadt” vorzustellen. In der Zeit zwischen 2003 und 2006 hat sich einiges getan. Der kleine Sprinter ist Geschichte, stattdessen wartet nun ein großer, roter Nightliner vor dem Grand Hotel auf seinen Einsatz. Nur die wenigsten wohnen noch in Hamburg, viele in Berlin, andere hier und da. Doch findet man sich immer wieder zusammen. Und dann muss man feststellen, dass sich ja doch gar nicht so viel geändert hat. Zu den kleinen, großen Clubs kommen nun kleine, große Festivals hinzu. Dass die Veranstaltungen ausverkauft sind, versteht sich fast von selbst und statt der ewigen Bierzecherei wird nun die Flasche Rotwein auf die Bühne gestellt.

Ist man mit Tomte unterwegs, ist man zu Hause. Die familiäre Umgangsweise wird durch Bender dem Leser sehr schön nähergebracht. Man muss einfach lachen, muss einfach weinen. Man kann sich so in die Lage hineinversetzen, als wäre man selbst dabei gewesen. Wohl wissentlich kommt der kleine Schmankerl nicht an die vom Sänger geschriebenen Tocotronic-Tagebücher heran, aber die Beschreibung von Gefühlen, von menschlicher Nähe, Stärke und Schwäche, macht jeden am Ende glücklich. Glücklich, ein Teil davon erfahren haben zu dürfen und auch vielleicht ein Teil davon gewesen zu sein.


(Koksi)

  • Keine(r)
  • 5 Kommentare

    1. au ja. das buch is so toll! ich kenne den unfallverursacher, der dran schuld is, dass tomte zu spät zum prora auf rügen gekommen sind. haha.
      hach, was freu ich mich aufs mama!

    2. ich brauch die ISBN^^

    3. kannste haben: 9783896 026972

    4. Das Buch ist unbedingt zu empfehlen!

    5. STIMMT!

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