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Southside Festival Teil 2 | Review

Tag Zwei auf der Matschwiese. Das Wetter macht es einem nicht einfach. Es gibt Wasserwurst auf weichem Toast und ein immerhin gekühltes Bier. Man kann sich schlecht entscheiden, ob es wirklich kalt ist oder vielleicht doch nicht und nur der Wind Schuld ist. Doch hey, dann gibt es eben ne Wasserrutsche auf der Flugbahn – belustigend für viele, schmerzhaft für einige andere, die es tatsächlich ausprobieren.

In voller Montage begibt man sich Richtung Bühnenlandschaft, wo auch schon Friska Viljor auf einen warten. Und siehe da, die lustigen Herrschaften mit den Bärten schaffen es tatsächlich die Sonne hervorzulocken. Es macht Spaß, in die Matschpfützen zu springen und dabei mindestens genauso schief mitzusingen, wie es der Sänger tut. Oh, ja das war gut, wie immer. Friska Viljor haben definitiv den Preis für die schnelle Aufmunterung gewonnen. Ob das bei der Folgeband auch so ist? Johnossi, ebenfalls aus Schweden, machten ja vor wenigen Jahren auf sich aufmerksam. Seitdem ist es still geworden. Leider auch zu Recht. Nichts innovatives, nichts Neues kommt dort von der grünen Bühne. John und Ossi sehen etwas hilflos und verloren auf der großen Bühne aus. Das Publikum schwindet Richtung Zelt oder Fressbuden. Deprimierend, so etwas zu sehen, aber das ist einfach die Realität, nicht wahr?

Im Zelt hingegen bereitet sich eine Band vor, die in Deutschland erst frisch angekommen ist, obwohl sie in ihrer Heimat Frankreich schon alte Hasen sind: The Do. Eigentlich aus Marokko und Finnland machen die beiden Wahl-Franzosen einen süßen Mix aus KlingKlang und Pop, versuchen aber leider, ihre süßen Stücke in eine Rockschiene zu drängeln um das Publikum anzuheißen. Das klappt eher schlecht als recht, die Stimme der Sängerin bricht immer wieder weg. Erst bei den leisen Tönen kommt sie Stimmung wieder, die The Do auch eigentlich verbreiten sollten. Schade drum, bleibt doch einfach, wie ihr seid!

Am frühen Abend finden sich die meisten Besucher wieder bei den Editors ein, während nur beats- oder hardcore-liebende Fans sich auch davor auf dem Gelände aufhielten. Die Sonne ist wieder da. Ach, gerade bei den Editors hätte sie doch hinter einer Wolke verschwinden können. Aber sei’s drum. Viel erzählt wird nicht. Die Live-Qualitäten sind trotzdem auf keinen Fall zu unterschätzen. Gänsehaut fährt einem über den Körper und das nicht wegen der Kälte. Wir bleiben auf der Insel und holen uns die Schotten auf die Bühne – Franz Ferdinand. Die Band, die sich tatsächlich immer freut, wenn sie auftreten dürfen. Zwar sau cool, aber eben auch sau lustig. Jeder kann mitgröhlen, da es die Songs sogar ins Hitradio geschafft haben. Leider sind deswegen auch viele Machos unterwegs, die den Tanzenden und Singenden einfach nur die Laune vermiesen wollen.

Und wo wir gerade beim Radio sind. Eine Band, die es in so ziemlich jede Rotation geschafft hat, sind die Kings of Leon. Diese sind noch wortkarger als jeder Liam Gallagher dieser Welt. Und überhaupt, wenn … redet, gibt es nur ein Klirren im Ohr. Traurig ist auch, dass tatsächlich nach “Sex on fire”, dem Überhit schlechthin, viele gingen, sobald der letzte Ton verhallt ist. Kritische Indie-Fans neben mir stellen fest, dass sich die Kings of Leon mit ihrem Ausverkauf nur selbst geschadet haben und bald allein dastehen werden. Ein Fünkchen Wahrheit zu später Stunde.

Und wenn die Kings of Leon eben nerven, geht man zu den Nine Inch Nails und dichtet etwas herum. Heraus kommt eine Meute, die gen Bühne “Eyy, der Trent is on fire” singt. Dieser stand tatsächlich sehr qualmend, schwitzend und keuchend auf der Bühne. Der Herr wird auch nicht jünger, aber trotz, dass einige große Hits nicht gespielt wurden, war es eine ordentliche Show, von der die Fans in den ersten Reihen noch heute blaue Flecken haben.

Tag 2 ist vorbei. Wie es mit dem letzten Tag aussieht, erfahrt ihr im Teil 3!
Freitag verpasst? Lest im Teil 1, was geschah.


(Koksi)

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