Das weiße Band | Eine Deutsche Kindergeschichte
Der Vorspann läuft ab. Im Kino herrscht absolute Stille. Weiße Schrift auf schwarzer Leinwand. Erst nach einigen Minuten setzt eine Off-Stimme ein. Es ist die Stimme des Lehrers, der uns die Geschichte seines protestantischen Dorfes erzählen wird, in dem sich Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, unerklärliche Dinge abspielten.
![]()
Regie: Michael Haneke
Land: Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien
Zeit: 144min
Start: 15. Oktober 2009
Der Vorspann läuft ab. Im Kino herrscht absolute Stille. Weiße Schrift auf schwarzer Leinwand. Erst nach einigen Minuten setzt eine Off-Stimme ein. Es ist die Stimme des Lehrers, der uns die Geschichte seines protestantischen Dorfes erzählen wird, in dem sich Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, unerklärliche Dinge abspielten.
Das Leben im Dorf verläuft nach strikten Regeln. Alles hat seine Ordnung, jeder seinen Platz. Der Film zeigt einen schwarz-weißen Alltag, geprägt von Arbeit und Kirche. Im Zentrum der Geschichte stehen die Kinder, wenn zunächst auch nur subtil. Michael Haneke gibt den Kindern dieses Dorfes ein besonderes Wesen. Sie bestechen durch Selbstbewusstsein, Klugheit und Neugier, während ihre Eltern gefangen sind in ihrem Käfig aus Sitte und Anstand und dabei jegliche moralischen Grenzen längst überschritten haben. Als plötzlich im Dorf mehrere Bewohner unter mysteriösen Umständen verunglücken oder einem unbekannten Verbrecher zum Opfer fallen, sind die Oberhäupter des Dorfes machtlos. Nur der Lehrer hat eine unheimliche Vermutung, wer für all dies verantwortlich sein könnte.
Die Ruhe und Behutsamkeit, die der Film und seine Darsteller ausstrahlen, ist geradezu erdrückend, genauso wie die Enge der Räume und die des gesamten Dorfes. Auch wenn alles bedächtig abläuft, spürt man die Spannung im Raum. In dieser Anspannung und Behutsamkeit wirken die brutalen Erziehungsmaßnahmen der Eltern gegenüber den Kindern noch erschreckender und grausamer auf den Zuschauer, als sie es ohnehin schon tun. „Das weiße Band” ist ganz sicher kein gewöhnlicher Film, aber auch nicht besonders leichte Kost. Die bedrückende Enge des Dorfes und des Lebens seiner Bewohner liegt schwer im Magen. Und auch wenn der Zuschauer stets unter einer gewissen Spannung steht, droht er doch mitunter in Langeweile zu verfallen. Die besondere Umsetzung des Stoffs macht den Film aber auf jeden Fall sehenswert für alle, die einen außergewöhnlichen Film zu schätzen wissen.
(beatrice.b)

















Kommentar verfassen