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Juno | ein Anti-Folk – Film

junoHerbst. “It started with a chair“ auf dem Juno ihr erstes Mal mit sowaswie Jugendliebe Bleeker hatte. Irgendwas scheint mit der Verhütung schief gegangen zu sein – diverse Tests haben ergeben: Juno ist schwanger – mit 16! Man sollte denken, dass nun eine kleine Teenagerwelt zusammenbricht. Es nimmt Juno schon ein wenig mit, doch sie ist für ihr Alter recht tough , selbstbewusst und reif und geht sehr gelassen mit diesem „Zwischenfall“ um. Schwangerschaft als unglücklicher Zwischenfall eines Teenagers – als solchen wird die Sache behandelt. Freundin Leah (Cheerleader, blond, dümmlich, in einen alten Lehrer verliebt, sexuell) ist keine rechte Hilfe, sucht aber zusammen mit Juno Adoptiveltern für das Kind (zuerst sollte eine Abtreibung vorgenommen werden, doch diese unseriöse Praxis und diese Frauen dort verschreckten Juno – deswegen Adoption.)

Bleeker liebt Juno über alles, weiß aber auch nicht, was er tun soll, also unternimmt er nichts und joggt weiterhin mit seiner Cross-Lauf-Crew durch die Nachbarschaft. Junos Familie – also ihr Vater und ihre Stiefmutter (sympathisch-beknackte Menschen mit ungewöhnlichen Hobbies) sind sprachlos nach der Schwangerschaftsbeichte, unterstützen ihre Tochter aber diskussions-los. Juno findet die Adoptiveltern ihres Kindes via Annonce in einer Zeitschrift – ein perfektes Paar, bei dem nach außen hin alles vollkommen zu sein scheint, es intern aber enorm kriselt. Die immer dicker werdende Juno hat hier und da so ihre Probleme – mit der Schwangerschaft und den Blicken ihrer Schulkameraden, mit Bleeker und ihren Emotionen – nimmt diese aber doch sehr locker. Unrealistisch easy. Sie bekommt das Kind, gibt es ab, versöhnt sich mit Bleeker endgültig, es fließen ein paar Tränen und dann geht das Leben so weiter, als ob nichts gewesen wäre.

Jason Reitman, der schon mit der Satire Thank You For Smoking (2005) auf sich aufmerksam machte, liefert mit Juno eine scheinbar heitere Komödie ab, die auf den zweiten Blick aber große gesellschaftliche Probleme thematisiert – Abtreibung, Teenager- Schwangerschaft und dessen gesellschaftliches Ansehen und (leichtfertiger) Umgang damit.

Besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Soundtrack zum Film, der sehr Moldy Peaches- lastig ist – also Anti- Folk- lastig. Politisch gefärbte Texte werden in eine süße, kindlich-naive Verpackung gesteckt und lustig mit Gitarre dahergeträllert. Die Liedauswahl für den Film hätte nicht besser sein können. Wenn man die Kategorie Anti-Folk auch auf Filme anwenden könnte, wäre Juno ein Anti-Folk-Film.

Mich persönlich interessieren die Namen der Schauspieler recht wenig, solange sie es draufhaben, ihre Rolle darzustellen, doch hier ein paar Namen und andere interessante Rollen der Schauspieler: Juno wird gespielt von Ellen Page – auch bekannt als Shadowcat in X-Men 3. Bleeker ist Michael Cera (Clark and Michael)
Die Adoptivmutter des Kindes (das Medicine heißen soll) wird gespielt von Jennifer Garner (Ey man wo ist mein Auto, Alias u.a.), Adoptivvater ist Jason Bateman (Unsere kleine Farm u.a.).

Der große kommerzielle Erfolg, die vielen guten Kritiken und auch die Nominierung für den Oscar der besten Regie sprechen für sich. Juno hat das Potential, ein Kultfilm zu werden. In meiner persönlichen Top-25-Film-Liste befindet sich Juno bereits.

www.juno-derfilm.de


(bea)

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  • 2 Kommentare

    1. und da kam sie mir zuvor. :)

    2. habt ihr den zufällig montag im FaF gesehen

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