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Whatever Works - Großstadtsatire | Film

Nach Vicky Christina Barcelona ist nun endlich wieder ein echter Stadtneurotiker aus Woody Allens Feder auf der Leinwand zu sehen. Wieder nimmt uns Allen mit in sein Manhattan, wo neurotische Intellektuelle über die Sinnlosigkeit des Lebens streiten. In genau diesem Umfeld finden wir Boris Yellnikoff, eine typische Figur aus Allens New York - Filmen.

Mittlerweile spielt der Regisseur diese zum Teil autobiographischen Rollen nicht mehr selbst. In Whatever Works wird Boris von Larry David verkörpert, der in den Staaten als Komiker gefeiert wird (u.a. ist David bekannt geworden durch seine Arbeit an der TV-Serie Seinfeld).

Boris ist ein sechzigjähriger Physiker, der einmal für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde. Trotz seiner perfekten Ehe und beruflichen Erfolgs hat er den Glauben an den Sinn des Lebens verloren. Zu seinem Unglück überlebt er einen Selbstmordversuch und fristet seitdem ein Dasein in der Runde seiner Freunde und mit Schachstunden für Kinder, deren „Dummheit” er immer wieder nur schwer ertragen kann.

Erst als er die 19-jährige Südstaatlerin Melodie (Evan Rachel Wood) vor seiner Tür findet und sie widerwillig bei sich aufnimmt, kommt etwas Farbe in Boris Leben. Melodie ist von zu Hause ausgerissen, weil sie die langweilige und einengende Südstaatenöde satt ist. Die süße Blondine ist nicht gerade ein helles Köpfchen, trotzdem finden Boris und sie bald zu einer gemeinsamen Lebensbasis und heiraten sogar schließlich. Während sie Boris Zynikerleben etwas aufmuntert, bringt er Melodie seine Weisheiten des Lebens nahe. Erst als Melodies Eltern, einer nach dem anderen, verzweifelt und eher weniger begeistert von dem Schwiegersohn auf der Türschwelle stehen, beginnt das Chaos.

Boris hält sich für ein Genie, der als einziger das Gesamtbild der Welt erkennt. Zur Charakterisierung seiner Hauptfigur bedient sich Woody Allen postmoderner Stilmittel. Er lässt Larry David direkt durch die Kamera das Publikum ansprechen. Von seinem Umfeld wird der ins Leere sprechende Boris für verrückt gehalten, doch wir das Publikum wissen, dass wir als solches existieren. Somit überzeugt Boris uns, dass er Recht hat.

Wie auch schon in anderen NY-Filmen Allens geht es um verschiedene Konstellationen von Menschen, die miteinander oder nebeneinanderher leben. Für Melodies Familie wird Manhattan der Ort, an dem alles möglich ist, wo sie ihre persönliche Erfüllung finden. Am Ende findet jeder den optimalen Partner, der zu ihnen passt - egal, ob jünger, älter, gleichgeschlechtlich, einen oder mehrere. Auch Boris trifft, im wahrsten Sinne des Wortes, seine Traumfrau. Beim erneuten Sprung aus dem Fenster landet er auf einer Frau, die nicht nur seinen Selbstmordversuch erneut scheitern lässt, sondern zu allem Übel auch noch behauptet übersinnliche Kräfte zu haben. Nichtsdestotrotz verdreht sie ihm den Kopf. Und am Ende zählt eben nur „whatever works”.

Regie: Woody Allen
Land: USA
Laufzeit: 92 min
Start: 03. 12. 2009


(beatrice.b)

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