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Gandhi vs. Guevara

for-sale.JPG In letzter Zeit wird auf der ganzen Welt ein ziemliches „Tohuwabohu“ um die Freiheit gemacht. Die Amerikaner nennen es „Enduring Freedom“, islamistische Extremisten „Dschihad“ und die Israelis finden treffende Bezeichnungen wie „Sommerregen“ und „Herbstwolke“ für ihre militärischen Operationen.

Der kundige Kosmopolit erkennt sofort, dass es sich um Freiheitskampf im klassischen Sinne handelt, weil jeder seine Chance auf seine Art sucht. Eindeutiger ging es da noch im 20. Jahrhundert zu. Man konnte wenigsten noch in „Gut“ und „Böse“ unterscheiden. Alliierte haben gegen Nazis gewonnen, Kubaner haben Amerikaner aus ihrem Land vertrieben, Inder sind unabgängig von Briten geworden. Bei allem Respekt, aber kann man sich daran nicht ein Beispiel nehmen?

Che Guevara konsumieren zum Beispiel! Posters, Shirts und Buttons warten darauf, von Jung-Revoluzzern gekauft zu werden. Nur eines will mir nicht aus dem Kopf gehen,- dass von Gandhi noch nicht einmal Aufkleber zu erstehen sind. Hat überhaupt jemand mitbekommen, Indien ist seit nun mehr sechzig Jahren unabhängig, und es ist bis heute ein schwerer Weg geblieben.

Ich muss eingestehen, es fällt schon leichter auf den Sieg der kubanischen Revolution anzustoßen, ist er doch untrennbar mit den allgemeinen Neujahrsfeierlichkeiten verbunden. Ein gut gewähltes Datum - wer merkt sich dagegen schon den 3. Juni. Ich wusste lange nicht, was „Hasta la Victoria Siempre“ heißt? Mir wurde es dann mit „Immer bis zum Sieg!“ bzw. „Bis zum immerwährenden Sieg!“ übersetzt. Bis heute weiß ich nicht, was das bedeuten soll. Gandhi hat immer gesagt: „Auge um Auge und die Welt wird blind.“ Das leuchtet mir schon eher ein. Nur schade, dass der Herr aus Indien nicht zu vermarkten ist, vielleicht auch noch nicht zu vermarkten war. Er ist eben nicht den Heldentod gestorben - ergo kein Martyrer. Dem kleinen Mann fehlt heute die Tragik und die Streitbarkeit. Humanismus ist kein Politikum.

Das Ende vom Lied geht folgendermaßen: Che Guevara wird uns weiterhin als Ausverkauf begegnen, an Gandhi werden wir uns wohl selber erinnern müssen, es sei denn – was sehr wahrscheinlich ist –, die Gesellschaft erinnert uns daran, wenn es wieder heißt: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

(Text: Polle)


(skywalker)

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2 Kommentare

  1. wie war, wie war. schöner text, der verdammt nochmal mal nötig war.

  2. indien ist seit 60 jahren unabhängig? ja, natürlich. aber wollen wir denn einem staat die eier schaukeln, dessen gesellschaft streng nach kastenwesen organisiert ist? natürlich nicht. gandhi war natürlich trotzdem einer von den guten..

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