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Michael Jackson – MHD abgelaufen?!

Michael Jackson, ein Künstler dessen Haltbarkeitsdatum längst überschritten ist.
Michael Jackson hätte sich vor 15 Jahren aus dem Showbusiness zurück ziehen sollen.

Stars wie Marilyn Monroe, Elvis Presley oder James Dean, um nur einige zu nennen, haben eines gemeinsam, sie sind Legenden und waren zu Lebzeiten die Größten in ihrem Fach. Ihre Laufbahn wurde auf dem Höhepunkt beendet und nicht zuletzt dieser Fakt macht sie für die Nachwelt unantastbar.

Michael Jackson hätte auch eine Legende werden können. Schließlich ist Michael ein Ausnahmekünstler. Kaum ein Anderer stellte vergleichbar viele Rekorde mit seiner Musik auf wie er. Allein sein Album Thriller verkaufte sich weltweit mehr als 53 Millionen mal und ist somit das meist verkaufte Album. In seiner Biografie jagte ein Rekord den anderen und so hätte kaum ein anderer Künstler die Vorraussetzung gehabt eine Legende zu werden wie Michael Jackson.

Meine persönliche Beziehung zu Michael war immer eine sehr naive und ich lebte gerne mit ihm in seiner Traumwelt. Er war damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere. In den Neunzigern fand man ihn sehr oft in der Zeitung und so konnte jedermann sein Leben verfolgen. Michael Jackson hatte zudem all das, was man sich als kleiner Junge auch erträumte: Er besaß eine riesige Villa die “Neverland Range”, eine große Jacht, eine eigene Insel (auf der er König war), einen Affen, gemalte Bilder von sich als Peter Pan an der Wand und vieles mehr. Er konnte auch tanzen wie kein anderer. Er tanzte den “Moonwalk” , drei Drehungen am Platz ohne umzufallen, er imitierte wunderbar tänzerisch einen Roboter und griff sich seltsam dabei in den Schritt. Interessant hingegen war sein sehr spezieller Lebenslauf, vom kleinen schwarzen Jungen bei den Jackson 5 bis zum weißen Popstar, der die Massen begeisterte. Michael machte riesige Tourneen durch die ganze Welt und brillierte als “King of Pop”. Sein Äußeres veränderte sich dafür von Jahr zu Jahr. Durch eine Kindheit die er nie gehabt hatte und den ständigen Drill seines Vaters, der ihn zum Erfolg gezwungen hatte musste Michael ein schweres Trauma bekommen haben, weshalb er sich etlicher Gesichtsoperationen unterzog und sein Äußeres immer androgyner wirken lies. Er wurde in meinen Augen entschieden trashiger und seine unantastbare Hülle verlor mehr und mehr an Substanz. Michael Jackson liebte es immer noch, sich mit kleinen Kindern zu umgeben und hatte bei jeder Veranstaltung mindestens drei, vier an seinem Arm. Was seiner Person nicht abträglich war, aber doch etwas merkwürdig erschien. Mit seinem nächsten Album History schaffte es Michael Jackson wieder den Geschmack der Leute zu treffen und sich noch einmal ein Denkmal zu setzen. Damals wollte ich Michael Jackson unbedingt sehen und so fuhr ich mit meinem Vati zur History Welttour nach Berlin. Ich war nie zuvor im Olympiastadion gewesen und entsprechend beeindruckte mich diese Kulisse. 70 000 Fans und dieses Stadion wirkte immer noch nicht gefüllt. Leider waren unsere Plätze nicht in der ersten Reihe und somit hatte zwischen mir und Michael Jackson genau ein Fussballfeld Platz. Vielleicht hätte ich ein Fernglas mitnehmen sollen, denn so durfte ich die Show mehr auf der Leinwand betrachten, als auf der Bühne. Im Nachhinein konnte man auch nicht richtig behaupten Michael Jackson gesehen zu haben, viel mehr gab es einen kleinen Punkt, der ab und zu winkte. Irritierend fand ich schon damals die Szene mit dem Panzer. Bei einem Song wie “Heal the world” stand Michael Jackson mit etwa dreißig Kindern auf der einen Seite und auf der anderen rollte ein großer Panzer mit Soldaten auf die Bühne. Die ganze Szene wurde dann durch eine Blume gerettet, die ein kleines Mädchen den Soldaten überreichte. Michael Jackson hatte schon immer einen Hang für Pathos und Theatralik. Er gehört laut Guiness Buch auch zu den Prominenten, die am meisten für wohltätige Zwecke gespendet hat.

Langsam kristallisierte sich heraus, dass Michael nicht mehr in die Zwänge der normalen Gesellschaft passte und er sich immer mehr in eine Fantasiewelt flüchtete. Und so verwunderte es nicht, dass Michael schon bald wegen Kindesmissbrauch angeklagt wird. In allen Zeitungen dieser Welt stand damals sein Name und Michael konnte sich auch schlecht von diesen Vorwürfen befreien. Obwohl er dem Jungen, den er angeblich sexuell missbrauchte, ein Schweigegeld zahlte, konnte sein sauberes Image nicht wieder vollständig hergestellt werden. Er wurde tablettensüchtig und hatte schwer psychisch zu kämpfen. Für mich war diese Nachricht mehr als schockierend und ich sah Michael nun in einem anderen Licht. Um seinen Ruf zu bessern, heiratete er Lisa Maria Presley und küsste sie provokant gut einstudiert auf einer Benefizgala. Leider hielt diese Ehe nicht lange und früher als erwartet trennten sich die beiden.
Immer mehr schien es als wüsste Michael nichts mit sich anzufangen. Ich meine was soll ein Mensch auch mit sich anfangen, der sich alles leisten kann, der alle Preise gewonnen hat die es zugewinnen gibt. Aus meiner Sicht wäre dieser Moment der richtige gewesen um sich aus dem Showbusiness zurück zu ziehen. Denn all das was dann kam, hatte nichts mehr mit dem alten “King of Pop” zu tun. Michael Jackson veröffentlichte sein neues “Invincible” Album, das nicht nur das teuerste StudioAlbum war, sondern auch mit 7,5 Millionen verkauften Platten ein totaler Reinfall. Nach einer Dokumentation im TV wurden die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs wieder lauter und Michael wurde vom Staat Kalifornien angeklagt. Ich erinnere mich noch gut als er es doch tatsächlich schaffte in einem Kinderpyjama im Gerichtssaal zu erscheinen. Bravo Michael, genauso sieht ein seriöser Mann mitte vierzig aus. Er wurde natürlich freigesprochen und kam wiedermal mit einem blauen Auge davon. Danach kam eine Weile lang nichts und erst zu den letzten Music Awards schaffte es Michael wieder mit einer Gruppe von 30 Kindern “Heal the world” zu singen.

Um eine wahre Legende zu werden sind einige Voraussetzungen unumgänglich. Dabei sollte man eine Person des öffentlichen Lebens sein, einen Charakter haben der eine besondere Person erschließen lässt und man sollte im richtigen Moment seine Laufbahn beenden. Tut man dieses nicht, so kann es geschehen, dass die negativen Dinge die positiven aufwiegen und damit alles zerstören, was man um sich geschaffen hat.

Was will uns nun die Geschichte um Michael Jackson lehren? Meiner Meinung nach, hätte sich Michael vor 15 Jahren aus dem Showbusiness verabschieden sollen, um uns ein Idol zu hinterlassen, welches in seinem Talent und Musikalität unantasbar gewesen wäre, aber statt dessen haben wir einen Star bekommen, der uns zeigt, wie vergänglich doch Ruhm sein kann. Auch gibt es für mich zwei Michaels, einen der meine Kindheit begleitet hat und den ich wirklich mochte und einen Clown der in seiner kaputten Welt wohl ein König bleibt, aber niemals eine Legende wird.

(Text: Sven Neitzel)


(schommsen)

  • Keine(r)
  • 4 Kommentare

    1. Er hätte einfach nicht die Neptunes als Produzenten ablehnen sollen. Da wäre er nochmal richtig gross rausgekommen.
      Jetzt hat Justin die ganzen Songs gekriegt…
      Die neue Platte soll ja jetzt Will I Am produzieren…
      Man darf gespannt sein.

    2. oha… ja neptunes darf man nicht ablehnen! :D

    3. wer war das? michael..wie? nie gehört…

    4. Na, immer noch der Meinung, er sei keine Legende?
      War der Zeitpunkt jetzt perfekt?

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