Willkommen in newBerlin
Für die Einen ist es nur ein Spiel ohne wirkliches Ziel, für die Anderen ist es längst mehr als das: das Second Life. Zugegeben, bei den meisten Usern, die ihre Avatare durch die virtuelle Welt manövrieren, steht wohl der Spaß an erster Stelle. Ein wenig Abwechslung, Flucht aus dem schnöden Alltag, hinein in ein Traumland, in dem Fantasien lebendig werden. Und glaubt man den aktuellen Medienberichten, geht es vor allem um drei Dinge: Sex, Sex und noch mehr Sex.
Doch wer denkt, dass sich das Potential von Second Life damit bereits erschöpft, irrt. Das haben inzwischen auch ein paar ausgebuffte Berliner erkannt und im vergangenen Dezember ein Projekt ins Leben gerufen, das der scheinbar sinnentleerten Freizeitbeschäftigung so etwas wie ein höheres Ziel zuführen soll. Die Rede ist von newBerlin, einer Dopplung unserer realen Hauptstadt in einer virtuellen Welt.
Im Second Life wird also ein Stadtplan Berlins wie ein Teppich ausgerollt und im Maßstab 1:1 all das nachgebaut, was die Stadt so besonders macht. Sehenswürdigkeiten, markante Ecken wie etwa der Alex mit Weltzeituhr und Fernsehturm, kulturelle Einrichtungen, Clubs, Bars – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Allen Bürgern und Unternehmen Berlins wird im newBerlin ein „primary living right“ gewährt und damit die Möglichkeit, ihren realen Standpunkt auch im Virtuellen zu doppeln. Das Team um die newBerlin-Gründer Jan „January Lightfoot“ Northoff und Tobias „Lastchancer Nomura“ Neisecke bietet die professionelle Umsetzung solcher virtuellen Auftritte an. Und schon jetzt weckt das Angebot von newBerlin die Aufmerksamkeit diverser Organisationen und Firmen. Aber wozu das Ganze? „Bisher wissen unsere Auftraggeber meist gar nicht, was es bringt, was da geht. Erstmal geht’s darum, dabei zu sein, wenn ein neues Medium am Start ist. Jeder, der die Augen offen hält, spürt, dass da was in der Luft ist“, so Jan Northoff. Und tatsächlich scheinen die interessierten Unternehmen zu wittern, dass mit einem Sitz in newBerlin Einiges zu holen ist. Dabei soll das „zweite Berlin“ allerdings nicht nur als Werbefläche herhalten, sondern auch als Info-Pool genutzt werden. Selbst von der Möglichkeit, mit seinem persönlichen Avatar durch zahlreiche Shops zu stöbern und in virtuellen Warenhäusern reale Güter einzukaufen, ist die Rede. Online-Shopping mal ganz anders.
Doch die Gründer von newBerlin wollen noch viel, viel mehr. So bekommen gerade Künstler die Chance, die Netz-Plattform zu nutzen, um ihre Werke zu präsentieren und zu performen. Und nicht zuletzt kulturelle Events spielen in der virtuellen Stadt zunehmend eine Rolle. Denn auch das ist newBerlin: Ein interaktiver Treffpunkt mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, das das reale Angebot der Hauptstadt widerspiegelt. So fand am Pfingst-Wochenende beispielsweise parallel zum „Karneval der Kulturen“ das „Festival der Kulturen“ statt. Während sich zahlreiche Besucher in Berlin Kreuzberg von Trommelklängen, Percussion-Bands oder Latin-Rock begeistern ließen, feierte eine Vielzahl von Avataren in newBerlin zu Rock, Goth Rock, Pop und elektronischer Musik. Besonders die Live-Performance der VIRTUAL LIVE BAND – bestehend aus fünft realen Musikern aus vier verschiedenen Teilen der Welt – heizte den Festival-Gästen ordentlich ein.
Und wer selbst mal eintauchen möchte in die virtuelle Party-Welt von newBerlin, kann ja am 23. Juni beim CSD vorbeischauen. Auch ohne ein teures Zugticket in die deutsche Hauptstadt.
Kontakt, Infos und Teleport: www.berlininsl.de
(jenny)

















hab leider noch nie second life ausprobiert, aber es klingt auf jeden fall sehr spannend… bestimmt suchtfördernd