Across The Delta »Passports & Souvenirs«
In ihrer Heimat Österreich längst keine Unbekannten mehr, müssen sie sich hierzulande erst noch Freunde ihrer Musik erspielen. Das versuchen die Herrschaften mit “Passports & Souvenirs”, ihrem aktuellen Longplayer, der im Mai erschienen ist. Heimeliges Berggeflüster oder Ziegengemecker von der Alm ist da nicht zu hören. Ganz im Gegenteil – hier wird auf Internationalität gepocht und zwar richtig!
So beginnt der Opener “Passports & Souvenirs” mit einer japanischen Lautsprecheransage, vielleicht etwas, was sie auf ihren Reisen in den letzten Jahren gesammelt haben. Und ja, es geht um das Reisen, das Warten auf den Zug, die Menschen, die man dort sehen kann, in all ihrer Anmut und/oder Abscheu. Und tatsächlich mag man bei besagtem Opener ein Stück weit mit auf Reisen gehen. Die Stimme von Johannes Reisinger harmoniert mit der Harfe im Hintergrund. Es macht Lust auf mehr.
Doch der neugierige Hörer mag im Folgenden enttäuscht werden. Denn hier ist plötzlich weniger die Rede von selbstständigen Arrangements. Der Wille nach internationalem Standard macht den Sound glatt und abgeschliffen. Zu sehr kommen amerikanische Combos wie Incubus oder Biffy Clyro in meinen Kopf, als dass ihr Across The Delta‘s Album noch als neue frische Musik bezeichnen würde. Sicherlich, sie sind eingängig, diese Melodien und man verspürt sogar des öfteren das Bedürfnis bei den hohen Tönen im Refrain mitzusingen, doch bleiben die Songs nicht im Ohr haften. Zu schnell sind sie wieder raus.
Hängen bleibt lediglich “Passports & Souvenirs” sowie “Symbol Eraser”, bei dem man zusätzlich hinterfragen darf, ob da sich nicht jemand viel von Jimi Goodwin angehört hat. “Passports & Souvenirs” ist ein klassisches Stück Pop-Rock. Leider hat es aber auch den Hang dazu, belanglos zu wirken. Hörenswert, allerdings kein Kandidat für den dauerhaften Einsatz.
(VÖ 28.05.2010 / Schoenwetter)
acrossthedelta.com
myspace.com/acrossthedelta
(Koksi)

















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