We Were Promised Jetpacks | Review
18.04.2010 – Hamburg, Knust.
Gelegentlich wird Konzertveranstaltern ja vorgeworfen, sie würden den Sound von Supportbands extra schlecht aussteuern, damit der Hauptact noch mehr überzeugt. Bei Dupec, die genau wie We Were Promised Jetpacks aus Schottland stammen, war das gar nicht nötig. Da standen drei unendlich typische Mittzwanziger auf der Bühne und spielten eine ziemlich langweilige Mischung aus Hardcore und Indie-Rockbrei. Das war auch deswegen so nervig weil es eine dieser Hetero-Bands war, in der jedes Mitglied unbedingt zeigen muss wie gut es sein Instrument beherrscht.
Keine echte Konkurrenz also für die Raketenrucksäcke, die das gar nicht so kleine Hamburger Knust ziemlich gut füllten. Das viele der Anwesenden die Band noch von ihrer letzten Tour kannten, merkte man schon am tosenden Applaus als die vier jungen Herren etwas schüchtern die Bühne betraten.
Das Konzert begann mit leisen Tönen, die sich dann langsam in eine durch eine gerissene Gitarrenseite noch einmal verzögerte Post-Rockorgie steigerten. Als diese dann leise abschwillte hörte man bereits das markante Intro von “Quiet Little Voices” und das Publikum kannte schon jetzt zumindest in den vorderen Reihen kein Halten mehr und trotzte jeder Sonntagsmüdigkeit. Der Song bringt die Band ziemlich auf den Punkt: ein eingängiges Riff, ein schnelles Schlagzeug, eine ziemlich melancholische Stimme und natürlich ein Chorus der ohne Rücksicht auf Irgendwen alles umwirft. Innovativ ist das nicht unbedingt, aber besonders live ziemlich unwiderstehlich. Vor allem wenn man sieht mit welcher Hingabe die ganze Band spielt und einen einheitlichen Bandsound produziert, der nie zu virtuos wird. Die Songtexte sind dabei gelegentlich etwas käsig weltschmerzbehaftet, das macht jedoch der beeindruckende Frontmann, der sich wirklich das Herz aus dem Leib sang, locker wett.
Die anderen Songs der Band funktionierten live ebenso ganz wunderbar und die Stimmung war auch ohne peinliche Publikumsspielereien der Band aufgeheizt und begeistert.
Das Erstaunlich war außerdem, dass We Were Promised Jetpacks gefühlsmässig immer noch einen draufsetzen konnten, obwohl praktisch jeder Song exzessiv ausfaserte. Und das auch noch stets mit dem nötigen Understatement, so dass man nie in irgendwelchen dubiosen Emorock-Ecken landete.
We Were Promised Jetpacks haben neben einem seltsamen Namen, der jedes Hipsterherz höher schlagen lässt, und einem kauzigen Akzent auch noch ziemlich gute Songs und die paar neuen Banderzeugnisse, die sie spielten lassen auf eine große Zukunft hoffen. Mal sehen, wo die vier Schotten noch landen!
www.myspace.com/wewerepromisedjetpacks
(thadeus)

















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