A Poor Man’s Memory »Consign Your Heart«
“Consign Your Heart” kann in vielerlei Bedeutungsrichtungen gehen. Gib dein Herz weg, leg es zur Seite, vertraue es jemandem an. Letzteres scheint im Falle von A Poor Man’s Memory am zutreffendsten zu sein, denn in “Consign Your Heart” steckt mehr als nur bloßes Herzblut. Über ein melodramatisches Experiment, sich selbst und sein eigenes Leben zu erklären.
Hinter A Poor Man’s Memory stehen drei junge Männer aus Dresden, die in der heutigen Besetzung seit nun gut einem Jahr zusammenspielen. Und wie könnte man sich wohl besser darstellen, als mit der Musik, die man liebt. Selbstgemachte Musik. Hier ist die ein oder andere kleinere Friemelei am perfekten Sound zu hören. Das Herzblut ist es, das die Songs vorantreibt. Im klassischen Ambiente von Gitarre, Bass und Schlagzeug schaffen die drei Musik zum wohl fühlen.
Jeder Song schafft es, eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln. Beginnend mit “Festival” fängt die Band noch einmal den Spätsommer ein, bevor sie die Hörer in “Leopold” auf die nahende Kälte vorbereiten. Und hier beginnen die Tagträumereien. Wie in Zeitlupe fallen dicke Regentropfen in die noch kleinen Pfützen, ehe sie von niederfallenden Blättern bedeckt werden. Auch ist eine Landschaft vorstellbar, die langsam beginnt, in ihrer Tristesse von welkenden Bäumen unterzugehen aber doch eine Ruhe auszustrahlen, wie es vielleicht nur in Wäldern vor der Kältezeit möglich ist. Denn wer schon mal im Sommer und im Winter in einem Wald war und keinen Laut von sich gegeben hat, der weiß, dass diese Tristesse das lebendige Grün überragen kann.
Doch werden von A Poor Man’s Memory sicherlich keine sterbenden Bäume angehimmelt. Eher ist es diese Art, sich auf das Eigentliche zu besinnen, Natürlichkeit, Leben und Sterben. Und so ist es kaum verwunderlich, dass es Stücke wie “Forest & Wind” oder “Mountains” gibt.
Stimmlich unterstützt wird “Cold, We’re Cold”. Es ist das wohl bedrohlichste Stück auf “Consign Your Heart”, das mit knarrigen Gitarren und treibendem Beat angeheizt wird, um dann mit schon bald grunge ähnlichen Gitarren in einen Rhythmus zu verfallen, den man auf Platten, wie sich mit “Post-Rock” etikettieren, nur in sehr rarer Ausführung findet. Es ist gewöhnungsbedürftig und doch ebnet es sich irgendwie in die Geschichten über die Natur ein.
So wird das Herz des Hörers von “Somewhere In The Past A Tree Has Grown” wieder beruhigt. Und der Titel sagt vieles und alles über dieses kleine Werk aus: Hier sind junge Menschen am Werk, die ein Bedürfnis verspüren in Leben in Noten wiederzugeben. Und sie wollen und werden wachsen. Und was sie dazu brauchen ist nur ihre Musik und ein wenig Unterstützung von außen, bis sie bodenständig genug sind, um sich von ganz allein weiter zu entfalten.
(VÖ 01.10.2009 / Mikrokleinstgarten)
myspace.com/apmmmusic
(Koksi)

















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