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Alec Empire »The Golden Foretaste Of Heaven«

alec empire the golden foretaste of heavenWer auf dem Melt! im letzten Sommer noch “Alec, schrei uns an” gegröhlt hat, wird ein wenig enttäuscht sein bei der neuen Platte von Alec Empire. Auch wenn “The Golden Foretaste of Heaven” ordentlich straight, donnernd, ballernd und laut ist, wird nicht geschrieen. Dieses kleine Manko ist auch schon der größte Fehler auf diesem Album.


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Alec Empire – der Mann, der mit seinen jungen 35 Lenzen schon so ziemlich alles gemacht hat, was man sich als Musiker erträumen kann. Diverse Zusammenarbeiten mit internationalen Größen (Björk, Mogwai, Sonic Youth, Dave Gohl, Slayer, Rammstein etc), über 100 Veröffentlichungen, internationale Anerkennung/Bekanntheit, eigene Labels und nun ein neues Album, das nicht nur durch das Vorab – “Skandalvideo” zu “On Fire”, in der weiblichen Hauptrolle Natalie Avalon (bekannt als die Uschi Obermaier in “Das wilde Leben”), einigen Presse-Wirbel verursachte.

“The Golden Foretaste Of Heaven” heißt das gute Stück. Was ein anstößiger Name, huch.
“New Man” heizt ein und würde sicher auch auf so einige Indie-Daaancefloors gehörig Gejohle verursachen. Es ist ja auch grade so “hipp” auf elektronische Musik zu stehen, aber bitte mit Melodie und nicht zu doll auf die Fresse, denn wir leben ja nicht mehr in den 80ern. Wieauchimmer. Ihr Indie-DJ´s des Landes, merkt euch meinen Wunsch: ich will “New Man”, das lässt sich so gut nach Bloc Party spielen.
(Was würde ich gern über die “Indie-Electro-DJ-Kultur” im Jahre 2007/08 herziehen, aber hier geht´s ja um den Alec (eigentlicher Name: Alexander Wilke-Steinhof).)

“If you live or die” besitzt ähnliche Daaaancefloorpotentiale wie eben benanntes “New Man”. Tolle Songzeile:

If you live or die it´s simple to say goodbye to a face that doesn´t care.

Jetzt werden aber härtere Töne angeschlagen, endlich! Zarte Ohren mögen behaupten: “Ih, das is aber ganz schön EBM.” Ich sage: “Ja man und jetz pack mal deine Mädchenpopattitüde bei Seite und lass dich drauf ein, Schätzchen.”

“Ice” und “Robot L.O.V.E.” kennt man ja schon von der Vorab-EP. Dieser damalige Teaser gab schon die Richtung für das Album vor. Keine Schreie, eher (für Alec Empire) ruhigere Töne (sehr gruselige, horrofilmhintergrund-like-e, wie bei “1000 Eyes”), ab und an mal eine Gitarre, viel Gesang und viel Melodie, die man auch gleich beim ersten Mal raushört, aber auch “verspielte” Sachen, wie “Down Satan Down” – heißt: E-Gitarren- und Electromaschine- mit- viel- Knöpfen- Geklimper, Bass, Beats, (ist es vermessen, wenn ich sage) Techno-Sound-Geflimmer(?). “Bug On My Windshield” ist eher dub-lastig (Ich nehme an, man würde es so bezeichnen?!), “No | Why | New York” besticht durch den rauhen Gebrauch der Gitarre, die aber eher im Hintergrund gehalten wird, da der Gesang doch sehr vordergründig und deskriptiv sein soll.

Freunde von Atari Teenage Riot sind vielleicht mit dem Ganzen eher unzufrieden, kennen sie ihren Alec doch bei weitem lauter und noch viel krachiger. Aber so ist Alec Empire. Er verändert sich ständig. Neuer Wohnort, neue Töne. Das hält einen Künstler doch aber lebendig und vor allem ist es doch auch für den Rezipienten immer wieder spannend zu sehen, was als nächstes kommt.

(VÖ 18.01.08 / Eat Your Heart Out Records)

www.alec-empire.com


(bea)

  • Keine(r)
  • 3 Kommentare

    1. hihi, elektro ist das neue indie.

    2. Freunde von Atari Teenage Riot freuen sich aber auch wie blöde, dass es mit Alec Empire nie langweilig wird. Wat freu ich mich, dass Album zu hören.
      Live ja auch so umwerfend, war glatt eins meiner Konzerte 2007! Ach!

    3. Wäre ja sehr gespannt, ob “New Man” die meisten Indiekids nicht arg verstört. Am Anfang ja doch recht “hart”, das sind doch zarte Geschöpfe, hahaha*

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