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Alex Amsterdam »The Die Is Cast«

Wenn eine Band oder ein Musiker seine Stilrichtung ändert, kann das entweder nach vorne oder total nach hinten losgehen. Da ich das ursprüngliche Singer/Songwriter Debütalbum nicht kenne, kann ich also nur die aktuelle Richtung bewerten und die geht zumindest nach meinem Geschmack weder vor noch zurück.


Alex Amsterdam sind nun also stolze Besitzer einer EP namens “The Die Is Cast”. Ihr Baby wächst und gedeiht und scheint sich gar prächtig zu entfalten mit all den Papas. Denn Alexander Rosin und Simon Horn, Köpfe der Band, sind nicht mehr allein, sondern werden nun von einer ganzen Band unterstützt. Das hört man, das klingt voll. Hinzu kommt, es klingt gar sehr durchdacht. Hier sind keine Anfänger mehr an den Knöpfen, sondern offensichtlich Musiker, die schon einige Erfahrungen sammeln durften.

Und das durften sie offensichtlich wirklich auf einer Tour durch Österreich und Kroatien. Solche Erfahrungen schreien geradezu nach neuen Ideen und Veränderungen. Und hier haben wir nun das Resultat: “The Die Is Cast”. Alea iacta est. Die Würfel sind Gefallen. Wohin? Offensichtlich in eine neue Richtung, mit neuen Möglichkeiten, sich bemerkbar zu machen. Das schafft allein schon das Cover der EP, auf dem sich kleine Dinos mit Berliner Fernsehturm-ähnlichen Antennen die Köpfe abreißen und dabei noch süß aussehen.

Bemerkenswert und süß trifft auch auf die Musik zu. Leider ist süß nicht immer nur positiv gemeint. Es ist rein gar nichts gegen ihre technische Ausbildung zu sagen, dies ist alles nahezu perfekt. Doch beim mehrmaligen Hören erkennt man ein kleines unscheinbares Paradox. Wieviel Liebe auch immer hineingesteckt wurde, die melodische Vielfalt lässt jedoch zu wünschen übrig. Wo sind die Melodien, die einen mitreißen? Wo ist die Dramatik? “Emma”, ein Song über ein Mädchen, das offensichtlich nicht mehr da ist und auch nicht mehr wiederkommen wird. Jeder, der in solch einer Situation bereits war, kennt den Ernst der Lage. Doch weder die Strophe noch der Refrain klingen nach diesem Ernst. Stattdessen dudeln groovige, eher fröhlich daherkommende Melodien aus dem CD-Player. Verstutzt bleibt man da irgendwann auf der Strecke. “Liar, Liar” hat diese Dramatik, zumindest in Ansätzen.

Wenn Alex Amsterdam mit ihrer EP “The Die Is Cast” den Weg zu einer neuen Musikrichtung einschlagen, dann sollten sie auch auf jeden Fall bereit sein, noch viel zu lernen, um im Dschungel des Indiepop, wie auch immer man ihn nun beschreiben mag, nicht unterzugehen. In der Band, die sie nun eine ist, steckt eine Menge Potenzial, das nur noch hervorgelockt werden muss.

alex-amsterdam.de
myspace.com/alexamsterdam


(Koksi)

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