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Antennas »Feeling Feline Tonight«

Kennt ihr auch so Alben, die euch über mehrere Jahre hinweg begleiten ohne das ihr scheinbar wirklich aktiv daran beteiligt seid? Ich rede von den Alben, die man sich ein oder zweimal wissentlich durchgehört hat und danach tauchte das Album immer wieder irgendwie in den Playlisten auf und immer, wenn ihr es gehört habt, dann kam euch der Gedanke “Stimmt, das Album ist auch irgendwie immer noch toll.” So geht es mir jedenfalls mit dem ersten Album der Schweden Antennas.

“Sins” hatte, wenn man sich kurz draufeingelassen hatte, etwas magisches. Etwas ganz Besonderes. Und live konnte man sich dem schon gar nicht entziehen. Und weil “Sins” mir so nah am Herzen geblieben ist, habe ich mich das letzte halbe Jahr vorgefreut auf das neue Album. Seit dem Tag als die Band die Vorabsingle “Lies” auf ihrer myspace-Seite veröffentlichten. “Lies” gefiel mir beim ersten Hören schon sehr gut und das obwohl der Song viele neue Elemente in sich trug. Er war viel größer als alles was auf “Sins” drauf war. Da war zum Beispiel dieser tropische Discobeat, aber zu dem Zeitpunkt war ich mir nich ziemlich sicher, dass das nur so ist, weil Singles nun mal ein wenig poppig sind und sich die echten Perlen irgendwo auf dem Album dazwischen verstecken.

So packte ich relativ unbedarft und vorfreudig das Album “Feeling Feline Tonight” aus seiner Schutzhülle und in meinen CD Player. Einmal Durchhören. Zweimal Durchhören. Irgendwas war anders und für mein Empfinden nicht zum Besseren. Die Songs schienen alle sehr überproduziert, wie als wenn man beim schmücken vom Weihnachtsbaum es mit Lametta übertrieben hat. Hier ein Sample, da ein Beat und hier noch nen Gitarrenpart und wie wärs da mit nem klassischen Klavierstück? (Ich könnte ewig so weiter machen)

Dabei haben die Antennas es Dank ihres durchaus sehr markanten Sängers und den (Glücklicherweise hat sich das, grösstenteils nicht geändert!) fantastischen zweideutigen Texten, gar nicht nötig in irgendeiner Form durch solche Mittel von eventuellen Engpässen abzulenken. Im Prinzip sind die Songs und damit das Album auch gar nicht schlecht, sie sind bloß nicht das was ich mir von den Antennas erhofft hatte. Einer der wenigen Lichtblicke des Albums ist der Song fünf “Youngbloods”. Er hat im Gegensatz zu vielen der anderen Songs einen eher rockigen Ansatz und verzichtet auf viele der elektronischen Spielereien. Damit ist er fast der Einzige. Die Schönheit der anderen Songs verschließt sich mir noch und das tut mir, weil ich die Band sehr schätze, leid.

Deswegen hör ich jetzt wieder “Sins”, verbleibe noch unüberzeugt und schließe mit den ersten Worten des Albums “I am not exactly happy, I am not exactly sad”.

(VÖ: 27.02.09 / Novoton)

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(polyesther)

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