Athlete »Black Swan«
Wenn man jahrelang an einem Hit gemessen wird, dann kann dadurch solch ein Druck aufgebaut werden, das nächste große Ding zu machen, dass es letztlich komplett in die Hose geht. Bei Athlete sieht es stark nach so einer Entwicklung aus. Angefangen mit “Tourist” und ihren Hits wie “El Salvador” oder “Wires” hatten sie schon fast den Thron erreicht. Dann wurde es still um Joel Pott und seine Band.
Gelegentlich hat man von Potts Solo-Auftritten gehört, die sich allerdings auf den Raum London und Umgebung beschränkt haben. Natürlich spielte er Athlete-Songs, und natürlich spielte er auch neue Songs, die es jetzt auf das Album geschafft haben. Aber wenn Pott eben auf Solopfaden unterwegs ist und nicht die Meinung der Band einholt, kann dies dann wirklich gut ausgehen?
Als die Band sich wieder zusammentat, gab es tatsächlich Auseinandersetzungen darüber, wie die Songs, die Joel Pott immer Solo vorrstellte, wieder in das Bandkonzept reinpassen würden und dazu: wie diese Songs wohl die nächsten großen Hymnen für das aktuelle Indie-Volk werden könnten. Man wollte an den früheren Erfolg anknüpfen, suchte sich ein neues Record-Label. Weg von Major, hin zu Independent – denn das funktioniert ja im Moment bei fast allen Bands.
So nun also auch bei Athlete? Die Rechnung geht leider nicht ganz auf. Man braucht eine längere Zeit, um in “Black Swan” reinzukommen. Viele mögen es gar als belanglosen Pop bezeichnen, ich als Liebhaber der ersten Stunde kann da wohl noch eher etwas damit anfangen.
Es scheint tatsächlich, als hätten sie versucht, die Hymne zu schreiben, mit der sich alle an Athlete erinnern würden und die ohne Weiteres Lady Gaga vom Chartsthron fegen könne. Diese Hymne ist aber leider nicht vorhanden. Auch wenn “Superhuman Touch” in den Radios Englands gespielt wird, so ist er einfach nicht catchy genug, um in den Köpfen der Hörer hängen zu bleiben. “The Unknown” würde dies schon eher schaffen.
Athlete haben sich zu viel vorgenommen. Es ist eine gewisse Unsicherheit zu spüren und ich kann sie auch erst nach mehreren Malen des Hörens ausschalten, um die trotz alle dem athletische Popmusik zu genießen.
(VÖ 09.Oktober 2009/ Fiction)
athlete.mu
myspace.com/athlete
(Koksi)

















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