Battles »Mirrored«
Vier New Yorker Musiker wollen etwas absolut nicht Erwartetes machen und dabei auf gar keinen Fall zu intelligent klingen. Mit dieser Scheiss-auf-all-die-Anderen Einstellung haben die Jungs von Battles ein grandioses Debüt hingelegt, welches dieses Jahr die Maßstäbe in Punkto Anderssein setzt. Motto: Expect the unexpected. That’s »Mirrored«.
Doch ging es der Band gar nicht so ums Anderssein, sondern eher eine gewisse Ernsthaftigkeit beim Schreiben von Musik auszuschalten. Ihrer Meinung nach sind alle Musiker, die versuchen intelligente Musik zu machen, langweilig, was jedoch doch nicht ausschließt, dass es gute Musiker sein können. Battles bewegen sich da lieber auf dem schmalen Grat zwischen Spaß und Ernst. Wie diese unernste Herangehensweise bei der Entstehung ihrer Musik aussieht, lässt sich bei der Entstehung von ihrer ersten Single „Atlas“ verdeutlichen. Dabei haben sie sich vorgestellt, wie elektronische Musiker ein Rockstück interpretieren würden. Und dann im Anschluss wird die Musik wieder von einem Rockmusiker umgesetzt. So einfach entstand „Atlas“ und so klingt es auch, im positiven Sinn natürlich. Der treibende Beat erinnert sehr an „Monstertruckdriver“ von T.Raumschmiere, aber durchbrochen wird dieser Eindruck von der hochgepitchten Stimme, die klingt, als wenn Mickey Mouse Geburtstag feiert. Ein Hit, keine Frage.
Mit diesem Album brechen die vier komplett aus ihren musikalischen Wurzeln. John Stanier (Schlagzeuger von Tomahawk und Ex-Schlagzeuger von Helmet), Ian Williams (Gitarrist bei Don Caballero), Dave Konopka (Gitarrist bei Lynx) und Tyondai Braxton (für den elektronischen Part bei Prefuse 73 zuständig und Sohn des Jazz-Avantgardisten Anthony Braxton) präsentieren einen abwechslungsreichen Mix aus Experimentierfreude, Gelassenheit, Geradeaus und Hin-und-Her. Das Gute daran, es wird nie langweilig. Jeder Song ist anders. Das macht das Album manchmal etwas anstrengend, aber das stört nicht weiter. Sie haben keine Scheu davor, mal so zu tun, als wenn ihre Gitarre ein Synthesizer wär, um damit Gabba zu spielen, um dann aber sofort wieder umzuspringen und melodisch, träumerische Klangteppiche zu zaubern. Man weiß nie, was gleich kommt und gerade das macht es so toll. Um diese Platte eindeutig beschreiben zu können, sucht man vergeblich nach etwas vergleichbaren, aber das können wohl nicht einmal die vier Bandmitglieder selbst. Vielleicht ist das auch gerade gut so.
(VÖ: 14.05.2007, Warp/RTD)
(schommsen)

















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