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Bishop Allen »Grrr…«

“Grrr…” – was für ein Albumtitel. Da spricht entweder die Wut aus dem Bauch oder die verstimmte Katze von nebenan. Oder Bishop Allen. Zum Glück knurren sie nicht auf ihrem Album, machen dafür aber richtig angenehme Popmelodien. Und auch wenn es manchmal so glücklich klingt, als ob man die Scheibe an die Wand werfen will , hat das Duo damit meines Erachtens sogar ihre bisher beste Platte gemacht.

“Lalalaalaalaaaa | Shanghaied” mag vielleicht nicht für die sinnvollsten Lyrics der Welt stehen. Aber manchmal geht’s ja auch um den Spaß. Und Christian Rudder, Justin Rice und Freunde scheinen davon eine ganze Menge zu verstehen. Von Anfang bis Ende ist das Album eine poplastige Gute-Laune-Platte und kaum aus dem CD-Player wegzudenken. Nur die wenigsten Songs gehen über eine Länge von drei Minuten. Doch die Kunst liegt manchmal auch darin, alle Arrangements in 2:40min zu packen und dabei trotzdem gut auszusehen.

“Grrr…” ist von den Lyrics her nicht gerade einfache Kost. Sie sind amüsant, sofern man sie denn versteht. Denn scheinen die Herren von Bishop Allen in einer kleinen anderen Welt zu leben, nicht unbedingt schlecht, aber manchmal sind sie auch etwas zu weit weg. Doch die gute Laune überspielt diesen Makel gekonnt und setzt eben dann Chor oder Kanon gekonnt in Szene, wenn man anfängt über die Songs nachzudenken. Die dreizehn Stücke können sich mit einem durchgehend treibenden Beat schmücken, der einen geradezu dazu aufstichelt, gut drauf zu sein. An manchen Stellen aber kommt es doch vor, dass man sich die etwas sanfteren, ruhigeren Momente wünscht. Ein auf und ab, das ein Album erst zu einer richtigen Reise macht.

Dies ist allerdings auf “Grrr…” nicht zu finden. “The Magpie” wird ihr ruhigster Song werden, aber auch er hat noch ein upbeat-Tempo inne, der einen gar nicht zur Ruhe kommen lässt. Am Ende ist man glücklich, aber erschöpft. Es macht Spaß albern zu “Tiger, Tiger” zu tanzen und es gefällt auch bei “The Ancient Commonsense Of Things” mitzujodeln. Eine klitzekleine Pause zum Erholen wird dem Hörer aber kaum gegeben.

Bishop Allens neues Album lässt sich in drei Worten treffend zusammenfassen: Fun Fun Fun!!! Es scheint überwältigend glücklich, was vielleicht auch mal schlecht daherkommen mag. Es hat so viele Drehungen und Wendungen, ist aber trotzdem immer in einem optimistischen Stil, der einfach ansteckt. Die Platte wäre vielleicht im Sommer besser aufgehoben, denn ich kann mir gut vorstellen, wie man mit beispielsweise “South China Moon” mit einem breiten Grinsen durch die Straßen läuft. Für den einen mag es etwas schmalzig daher kommen, aber nichts desto trotz ist es ein wunderbar amüsantes und vergnügtes Album.

(10.03.2009 / Dead Oceans Records)


bishopallen.com
myspace.com/bishopallen


(Koksi)

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