Bodi Bill »Next Time«
Nach ihrem hoch gelobten Debütalbum „No More Wars“, das die Herzen der so called Indie- Gemeinde im Sturm eroberte und in unzähligen persönlichen Top-Ten „Alben des Jahres 2007“ mindestens einen Platz unter den ersten Fünf einnahm, steigt die Spannung und Erwartung um den Nachfolger. Kann man ein Album wie „No More Wars“ übertreffen? Ist es dem Berliner Trio* Bodi Bill gelungen, ein würdiges zweites Album zu produzieren? Yes? No? Maybe next time?
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Bodi Bill – eine Ausnahmeband aus dem Hause Sinnbus. Sie verstehen es, klassische Elemente mit derben Club-Sounds zu kombinieren und dabei doch gradlinig zu bleiben, um eine runde Sache zu formen. Dass sie ihre Musik ernst nehmen und diese leben und mit Coolness und Leidenschaft performen, als gäbe es keinen Morgen, haben sie im letzten Jahr diverse Male, aber immer wieder charmant und glaubhaft, bewiesen.
Die Wartezeit zwischen „No More Wars“ und „Next Time“ wurde durch eben dieses intensive Touren, aber auch durch die Veröffentlichung der Doppelsingle Tip Toe, I Like Holden Caulfield Anfang Mai 08 verkürzt. Zwei Songs des Albums vorab, plus drei weitere, die Gutes erahnen lassen. Bodi Bill scheinen ihrer Linie treu geblieben zu sein. Schmachtend-klarer Gesang von Fabian Fenk, Streicher, lo-fi Beat-Gefrickel, durch E-Gitarre treibende und eingehende Melodie bei Tip Toe Walk und liebe zu Zitaten, wie sie bei der Hommage an den Protagonisten des Salinger Romans „Der Fänger im Roggen“ I Like Holden Caulfield deutlich wird, lassen auf einen fließenden Übergang von „No More Wars“ zu „Next Time“ schließen.
Hört man sich allerdings durch „Next Time“ durch, ein-zwei-zwanzig Mal, erkennt man eventuell, dass die Songstrukturen an Komplexität gewonnen haben. Es wurde bei dieser zweiten Platte, die ja oft als die schwerste Platte von Musikern nach einem ersten guten Album bezeichnet wird, noch viel mehr auf das Detail geachtet wurde. Akribisch, vielleicht sogar pedantisch, wohl eher Letzteres.
An dem ganz eigenen Konstrukt Bodi Bill hat sich wenig verändert – vielfältig genutzte Stimme, Knopf-Dreherei, beat-en und bass-en, streichen und klimpern. Das ist geblieben. Doch es wird anders kombiniert. Größer, breiter, weniger glatt, aber durchaus intelligent(er).
Es beginnt mit einem ruhig beginnenden und sich langsam aufbauenden Intro-Song namens One or Two, der einführt und nach dem step-by-step Prinzip gekonnt überleitet zu Needles. Ein Track, der, wenn mich nicht alles täuscht, schon im letzten Sommer fester Bestandteil der Live-Sets war. Die imposante Klassik im instrumental- sphärischen Stück Sorry, to disturb you but I’m lost irritiert ein wenig. Beim Hören stellt man sich an dieser Stelle nicht nur einmal die Frage, ob das wirklich noch Bodi Bill sind. Eine Überraschung. Sowas wünscht und danach sehnt sich der geneigte Musikrezipient. Gern mehr davon, next time.
Beeindruckend und unbedingt erwähnenswert ist Small sorrows, great songs, ein geeignetes Stück für die Clubs und Electro-Sets entsprechender DJ’s. Derbe, hämmernd, dahingeklöppelt mit geloopten Gesprächs- und Stimmfetzen, die unterschwellig als weiterer Soundeffekt erscheinen. Es klingt ein wenig Weilheim.
Kein Schreck bekommen bei Depart. Die Weiblichkeit der Stimme ist keine weitere Facette von Fenk, sondern ein Gastauftritt von Mariechen Danz. (Gern würde ich mehr über sie zu erwähnen wissen, doch es lässt sich wenig ergooglen.)
„Next Time“ ist eine runde Sache. Balladen und offensivere Tracks wurden durchdacht angeordnet und bilden einen durchaus angenehmen Hörfluss. Es ist im Ganzen wahrlich gelungen, auch wenn ich mir ein paar mehr Ecken wünsche, doch das ist vielleicht zu viel verlangt bei einem zweiten Album. Bodi Bill haben eine Entwicklung durchgemacht und stecken mittendrin. Ich bin gespannt, was diese Entwicklungphase(n?!) mit sich bringen wird.
(VÖ: 16.05.08 / sinnbus)
(* Um etwaige Kritik der nachlässigen Recherche vorweg zu nehmen: Auch wenn man oft von dem Duo Bodi Bill liest, setze ich, ganz rebellisch nahezu, auf eigene Erfahrungen. Bodi Bill kenne ich nur zu dritt – auf Bühnen, Pressebildern, Video(s) sind es drei Bodi’s. 3 keine 2, also Trio.)
www.myspace.com/bodibill
www.sinnbus.de
(bea)

















Depart, nicht Debart
oh. danke. is korrigiert.
(nur ein tippfehler anscheinend – wow!)
bodi bill sind zu dritt!
auch ihr neues live-set hat deutlich an ideenreichtum, action, gefrickel, intensivität und vor allem spass gewonnen. wer da im publikum noch ruhig stehen bleiben kann, dem kann echt nicht mehr geholfen werden!
eventuell auch meine live-band 2008! mal gucken…
jaaaa,
‘s konzert hat echt sehr sehr sehrrrr viel spaß gemacht.
jedem zu empfehlen!
Ja, find ich gut, dass ihr Anton nicht einfach verschweigt. Für mich sind das auch drei.
Aber von NEXT TIME bin ich ziemlich enttäuscht. Die Platte kann mit dem Debüt mal gar nicht mithalten. Mir ist das viel zu minimal verfrickelt.