Chicros »Radio Transmission«
Das Radio ist tot. Lebendig begraben, seitdem alle Sender nur noch die Hits der 60er, 70er, 8oer, 90er und den besten Einheitsbrei von heute spielen. Natürlich gibt es noch Hoffnung, schließlich gibt es Österreich, also FM4, und das Internet. Nichtsdestotrotz verdient das klassische Radio einen Grabstein und daran haben sich vier Pariser namens Chicros mit ihrem Konzeptalbum “Radio Transmission” versucht. Das Album springt durch alle nur denkbaren Genres, Fetzen fiktiver Radiosendungen wechseln sich mit Songs zwischen Parodie und ernstgemeinter Popmusik ab. Das ist teilweise grandios seltsam, manchmal seltsam seltsam und oft einfach daneben.
Trotzdem hat es einen gewissen Charme wie das Radio und die verschiedenen Zeitalter der Popmusik zelebriert werden, stets mit französischem Akzent. Wirklich lustig ist beispielsweise “Radio Depressed” in der ein ausgebrannter Mittdreißiger stets die gleichen Songs spielt und selbstmitleidig aus seinem eintönigen Leben erzählt: Kein Geld, keine Freundin, keine richtigen Freunde, viel zu viel Zeit und dann ruft auch noch niemand an. Ansonsten muss man auf “Radio Transmission” nach den echten Songs wirklich suchen, die sind teilweise allerdings gut. So zum Beispiel “New Orleans”, das sich langsam auf einer bluesigen Basslinie aufbaut und in der die Pariser ihre unerfüllten Träume vom weit entfernten Amerika verarbeiten. Zu dem Lied gibt es jedenfalls ein kongeniales Voodoo-Video, indem sich die Band zwei sadistischen Kindern und ihrem magischen Spielzeug stellen muss.
(thadeus)






















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