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Cocoon »My Friends All Died In A Plane Crash«

Frankreich, das Land der weiß-blau gestreiften Shirts mit rotem Halstuch und einem Baguette unterm Arm. Zumindest habe ich mich klischeehaft so angezogen, als ich das erste Mal in Frankreich war. Zugegeben, damals war ich zehn Jahre alt und hatte keine Ahnung, wie doof das denn wirklich aussieht. Dazu habe ich frohen Mutes versucht, zu französischen Chansons einen Kindertanz aufzuführen, bei dem jedem Hören und Sehen vergangen ist.

So viel dazu. Aber genug meiner Kindheitsanekdoten. Denn inzwischen weiß ich, dass man in Frankreich durchaus sehr modisch rumläuft. Und französische Chansons gibt es zwar auch noch, aber in den letzten Jahren hat sich dort eine großartige Musikszene entwickelt, die zunehmend auch in ihr Nachbarland – nämlich zu uns nach Deutschland – rüberschwappt. Und ein kleiner Teil dieser Szene ist Cocoon. Die sind in der Tat noch gar nicht alt und auch nur zu zweit, Männlein und Weiblein und haben sich dem zierlichen Folk Pop verschrieben.

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Die Stimmen von Daumail und Imbeaud verwachsen und vereinigen sich miteinander, eine perfekte Symbiose stimmlicher Zusammenarbeit. Beide Stimmen können sowohl zerbrechlich, als auch stark, dramatisch als auch leicht beschwingt sein. Dazu die melodische Unterstützung durch Gitarre, Piano und Cello. Mehr bedarf es eigentlich nicht, um großartige Popstücke zu machen. Harmonie im Doppelpack. Stücke wie die aktuelle Single “On my way” oder “Vultures” machen einen Frühlingsabend geradezu perfekt.

“If you feel like a liar | If you’re about to leave me | If you can’t sleep at night | If my bed songs upset you | And if my arms can’t warm you | You just have to try | I am such a coward | I could win an award | You may not believe me | But it would be ok” ( On My Way)

Und dann kommt der Teil, an dem man das Album 2-3mal nebenher gehört hat und als gut empfunden hat. Man mag seine drei, vier Lieblingslieder entdeckt haben und will nun auch endlich mitsingen. Also hört man genau hin. Und die Augen werden immer größer. Hier sind sie, die Songs, die den lauen Abend mit dem roten Sonnenuntergang perfekt in Szene setzen können wie bei “Chupee” oder “Owls”. Doch dann sind da auch Stücke, die sich ganz bestimmt nicht in die harmonischen Melodien eingliedern lassen. Gläubige Vergewaltiger, verstoßene Kinder mit Totgeburten oder verhungernde Aasgeier sind nur einige der Themen auf “My Friends All Died In A Plane Crash”. Damit wird auch die Absurdität perfektioniert.

I used to be son of a bitch | But my mother’s quit working | She said she couldn’t get a lover | But they won’t love you more ’cause now you make it for free | She went home and never let me come in | The winter is longer outside | There was a spider in the basement | There I learnt to see what I just wanna see | And in the middle of the night | I join my hands, no matter why | And in the middle of the night | You may see me giving birth | You may see me giving birth | My babies were all born dead | ‘Cause I have made them all alone | But I have given each on a grave | Behind a seesaw, in front of a cherry tree” (Seesaw)

Cocoon‘s “My Friends All Died In A Plane Crash” ist ein fantastisches Popalbum für den Frühling voller Überraschungen. Und auch live sind sie sicherlich nicht zu verachten. Achtet dafür auf die Cocoon-Tour, die die Kabelblume präsentiert!

(VÖ 13.03.2009/ Sober & Gentle)


myspace.com/listentococoon


(Koksi)

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