Das Bierbeben »Das Bierbeben«
Dunkle Tage also werden kommen. Düster wie keines der beiden Vorgängeralben beginnt die ein wenig umbesetze Band Das Bierbeben ihr selftitled Album. Umgehend verlässt man die Greifbarkeit dieser Welt und verschwindet in ein Reich, dessen König geflohen ist. Die verstärkte Instrumetalisierung hat den elektronischen Sound zwar nicht ganz verdrängt, herrscht aber nun doch irgendwie vor. Apropos herrscht. Die politisch angehauchten und stets von der Verweigerung bestimmten Slogans (”No future no past“) sind, bis auf “Wehr dich doch“, verschlüsselten, rätselhaften Texten gewichen. Doch die Abgrenzung vom Vorgegebenen, vom Erwarteten und Angepassten ist als grundlegende Thematik geblieben. Bestes Beispiel ist das Lied “Wie ein Vogel”:
“Frei wie ein Vogel wolltest du sein
Frei wie ein Vogel mit jeder Konsequenz
Frei wie ein Vogel, der sich betrachten lässt
Von Menschen, die gern wären wie er” (”Wie ein Vogel”).
Da es mir besonders bei einem solchen Album, das ich ohne das alte Pathos-Pferd satteln zu wollen, als großartiges künsterlisches Machwerk bezeichnen möchte, schwer fällt auszudrücken, was ich beim Hören empfinde, möchte ich mich an dieser Stelle vom nicht-fiktionalen Boden in das Land des assoziativen Vergleiches begeben.
Angenommen diese Platte wäre ein Raum, dieser wäre düster, dunkel, stockdunkel. Der Raum besitzt einen dunklen, kalten Holzboden, auf dem hier und da weiße Kissen verteilt wurden, die durch die Dunkelheit scheinen und nur bei genauem Hinsehen erahnt werden können. Von allen Seiten erklingt Vogelgesang, mal krächzend, mal fröhlich. Allein ist man in diesem Raum nicht, viel mehr erfährt man gerade hier davon nicht allein zu sein. Beobachtet wird man nur von außen.
(VÖ 10.04.09 auf shitkatapult)
bierbeben.de
myspace.com/bierbeben
shitkatapult.de
(T.resa)






















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