David Carroll & The Migrating Fellows »The Guest«
Geboren in Irland, wohnhaft in Frankreich, gewesen und gelebt in New York, wie auch in London. Der Mann ist weit rum gekommen. Und was seine Einflüsse anbelangt, geht’s ebenfalls quer durch. Von The Clash über die Beastie Boys bis hin zu Bruce Springsteen. Eigentlich ziemlich schade, dass “The Guest” da gar nicht mal so wahnsinnig vielseitig daherkommt.
Die zwölf Songs der Platte könnte man wohl am ehesten als solide bezeichnen. Will heißen: Monsieur Carroll versteht sein Handwerk. Er hat fast alle Instrumente selbst eingespielt und lässt dabei keine Kniffe aus. Seine Stimme klingt trainiert, die Songs durchdacht und bis aufs Letzte geschliffen. Und gerade das mag der Grund dafür sein, dass es “The Guest” leider nicht gelingt zu faszinieren.
Die Mischung aus Folk, Pop, Country und Rock wirkt kalkuliert. Als würden die Songs auf dem Krombacher Schiff in Richtung Radiohit segeln. Oder zum Sweet Home Alabama. Nett. Aber nicht sexy. Abhängen mit „Lucy“, Hintern wackeln mit „Broken Toy“, Schunkeln mit „Wind Me Up“. Dann Platte raus und die neue von Springsteen rein. Bleibender Eindruck – bleibt aus.
The Guest“ ist keine schlechte Platte, sie ist nur nichts Besonderes. Für den Fahrstuhl, das Radio oder gediegene Cocktailpartys, nicht unbedingt für einen gut sortierten Plattenschrank.
(VÖ 18.06.2010 / Jarring)
myspace.com/migratingfellows
(BnK)

















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