Dear Lament »Handle With Care«
Bands, deren Promotexte mit “könnten nicht unterschiedlicher sein” anfangen, sind abstoßend. So verzog sich auch bei Dear Lament aus Köln mein Gesicht gen Entgeisterung. Heutzutage ist nichts mehr anders als die anderen. Und auch Dear Lament sind eine Band, die es in der Kombination irgendwo schon einmal gab. Eine junge, durchgeknallte Dame mit einem ordentlichen Organ.Hinter ihr drei mehr oder minder junge Herren an Gitarre, Bass und Schlagzeug.
So und nun habe ich diese Scheibe vor mir. In der Art von braunem Packpapier und Kordelband. Halt ein richtiges Geschenk. Sieht einladend aus. Das CD-Artwork aus Knisterfolie. So ein richtiges Rundum-Paket eben. Und was befindet sich dahinter?
Nun, Dear Lament sind nicht die typische Styler-Indie-Band aus Köln, wie man sie so oft hier findet. Sie machen Rock. Indie-Rock wohlbemerkt. Er ist nicht perfekt, gar nur jugendlich ausgereift. Er kann noch wachsen. Doch in den Ansätzen ist in “Handle With Care” enthalten, was in den großen Kessel für das perfekte Stück Musik muss: Stimme, Rhythmus, Hüftwackel-Ambiente und eine gute Portion Konfetti seit neuestem auch. Konfetti ist das neue Stagediving. Und es macht Spaß.
Wer Dear Lament bereits live sehen konnte, der weiß, dass die Band sich nicht davor scheut, sich ihre Allerwertesten abzuspielen. Auch wenn es nicht immer beim eben Styler-Publikum ankommen mag, so gehen Jennifer Späth und ihre Jungs in die richtige Richtung. Richtung Charts. Wenn sie denn dorthin wollen, um sich neben Bands wie Luxuslärm einzureihen. “My House” oder “Your Voice” sind hierfür nur zwei der tatkräftigen Beweise.
Dear Lament wird keine Band sein, die ich mir persönlich immer und immer wieder anhören werde. Doch freue ich mich jedes Mal ein bisschen mehr, wenn ich auf ein Konzert gehe und erfahre, dass eben dieses junge Quartett wieder bereit ist, das Publikum anzuheizen.
(VÖ: 02.10.2009 / Noisegroupie)
dearlament.com
myspace.com/dearlament
(Koksi)























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