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Get Well Soon »Vexations«

Konstantin Gropper ein Mann, der viel verspricht und noch mehr halten kann. Der Wahlberliner hat mit befreundeten Musikern als Get Well Soon “Vexations” veröffentlicht, das Nachfolgealbum zu “Rest Now, Weary Head, You Will Get Well Soon”. Schlaumeiermusik wird ihm unterstellt, einfach weil es so perfekt scheint. Aber bei seinem Lebenslauf auch eigentlich kein Wunder.

Er ist ausgebildet bei der Popakademie in Mannheim. Neben anderen Instrumenten ist er auch des Cellospielens mächtig und dazu ist er auch noch ein Kompositionstalent seinesgleichen. Die erste Single “5 Steps - 7 Words” wurde bereits vor einigen Wochen an alle Radiostationen rausgeschickt. Hier konnte man sich einen ersten Eindruck bilden, was da noch kommen mag. Und Schlaumeier hin oder her - Gropper lässt nicht nach, bis ein Song perfekt ist.

Auffällig an “Vexations” sind die teils sehr üppigen Arrangements. In den Songs bildet sich eine gewisse Schwere, sie breitet sich aus und setzt sich auch in den Lyrics fort. Bei Gropper lief eigentlich immer alles richtig, so wie es eben sein sollte. Wo also kommt nur diese ernsthafte Sicht auf die Dinge her? In einem Interview erzählte er, dass er es selbst nicht weiß. Wenn er sich zum Songschreiben hinsetzt, kommt es früher oder später immer wieder zu den ernsteren Themen des Lebens. Aus Autor würde man nur bedingt am eigenen Steuer sitzen. Denn man soll auch in sein Inneres hineinschauen und es nach außen tragen. Erst dann kommen die verborgenen Sachen zutage. So entstand schließlich “Vexations” (englisch für ‘Ärgernisse’).

Er will nicht ausschließen, dass es irgendwann noch mal zu einem Ballermann - Album kommt. Persönlich hoffe ich allerdings, dass das nicht so schnell passiert. Bis dahin beschäftigt er sich allerdings noch weiter mit Themen wie der Konfliktforschung, Sartre bis hin zum Römischen Reich. Sehr abstrakt, sehr philosophisch. In der Tat muss man sich in “Vexations” mehr reinhören als beim Vorgänger. Doch es lohnt sich. Es ist dieses Erfolgserlebnis, wenn man kleine neue unbedeutende Songs für sich entdeckt und sie nach und nach die Empore hoch zum Lieblingslied aufsteigen. “We Are Ghosts”, “We Are Free” oder “Werner Herzog Get Shot” sind potentielle Anwärter für diesen Thron.

Ein Album, das, rein inhaltlich betrachtet, so vollgestopft ist. Da könnte man glatt meinen, es bliebe kein Raum mehr für die Musik. Doch ich sprach bereits die üppigen Arrangements an. Wie auch schon beim Debütalbum fehlt es auch hier nicht an Ausgefeiltheit, Schwere und und leichtem Hang zum Größenwahn. Alles ist bis ins Detail ausgetüftelt. ‘Schönheit und Würde’ - das waren seine Ansprüche für das Album und das, muss jeder zugeben, hat er auch geschafft.

(VÖ 22.01.2010 / City Slang)

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(Koksi)

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