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Jenana »Evoke A Pop Avenue«

jenana

// Jenana.

Eine junge Band aus Berlin. Emotionale Lieder mit Tiefgang. Mut zu Experimenten, aber mit Treue zum Stil. Ein Quartett, das Beachtung verdient hat und mit »Evoke A Pop Avenue« eigentlich genügend finden sollte.



Es gibt verdammt viele Künstler in der ach so kreativen Hauptstadt, da reichen Charme und Stil wahrlich nicht aus, um sich behaupten zu können. Warum also grade Jenana?

»Evoke A Pop Avenue« ist der Beweis. Diese EP ist mehr als mein Lieblingswort „facettenreich“ inhaltlich zu fassen vermag.

Gitarre trifft auf Stimme trifft auf Klavier trifft auf Schlagzeug – hintereinander, sich langsam steigernd, dann alles zusammen. Nicht harmonisch, sondern mit Brüchen, aber das bringt Spannung. Einen schöneren Beginn kann man sich, sowohl für eine EP als auch für einen Song nicht wünschen. Evoke a Pop Avenue wird nicht nur hingebungsvoll ausgerufen, sondern ist auch der Titel des ersten Stücks.

Paper Wall – zerbrechlich, harmonisch und schön. Die Stimme traut sich nicht, kraftvoll aus den Instrumenten hervorzutreten und im Vordergrund zu stehen. Sie ist lieber Teil des Ganzen und wird dadurch selbst zum Instrument. Inhaltlich geht dabei aber nichts verloren. Stilistisch hochwertig mit Liebe zu rhetorischen Mitteln wird so viel Wahres vermittelt, dass man nahezu fassungslos zuhört und immer wieder diesen einen Satz vor sich hin wiederholt, um wirklich alles zu verstehen.

“we went without believing in what we saw when we were knowing”

Man kommt ins Grübeln, doch das hält nicht lang an, denn We We We bringt Bewegungsfreude und ist der tanzbarste Song auf dieser EP. Jenana, die eben noch nachdenklich stimmten, wieder ganz anders.
Music is identity – wird plakativ oft wiederholt und man stimmt, vor Affirmation nickend, mit ein.

Beim nächsten Stück Trust spielen die Vier wieder mit dem scheinbaren Motto „Every text is an image“, denn es gibt erneut eine Textzeile, die ins Ohr geht und an Gewichtung so schwer ist, dass sie auch noch eine Weile im Ohr bleibt.
„Remember we were reality“
Musikalisch: treibend, energetisch, schnell, sich steigernd, emotional geladen, aber leichtfüßig machend.

Man fällt von einem Extrem in das andere, denn These Days ist ruhig, melancholisch und macht das Herz schwer. Eine Ballade mit schrägen Gitarrenklängen, schepperndem Schlagzeug und irgendwo hinten, wieder versteckt, Gesang.

Und dann wieder eine ganz andere Seite, die Jenana da präsentiert.
We are not here. We are not here. [Beat setzt ein und diese Zeile wird wieder und wieder wiederholt.] Simpel, einfach, aber durchaus wirkungsvoll und ein gelunger Schluss.

»Evoke A Pop Avenue« ist Jenana – sechsmal anders, aber doch eins. Nur wenige andere Bands schaffen so etwas. Jenana ist eine davon und das ist sehr viel wert.
Standing Ovation für Jenanas »Evoke A Pop Avenue«.

www.jenana.de


(bea)

  • Keine(r)
  • 3 Kommentare

    1. kommen jenana nicht aus hamburg?

    2. eigentlich schon, jedoch zogen der sänger und der gitarrist der band vor nunmehr einen jahr nach berlin – die angabe trägt somit firmente von wahrheit in sich.

    3. für mich sind jenana so sehr berlin. ja die hälfte der band kommt aus hamburg. stimmt.

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