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Leonard Las Vegas »Lightspeed Your Body, …«

Treibende Melodien, vor den Kopf stoßende Lyrics, dissonante Klänge in eingängigen Strukturen. Das alles steht für explizite Musik. Und für gute Musik. Leonard Las Vegas hat verstanden, worum es in der Musik geht: keinen Einheitsbrei produzieren, sondern den Menschen als solchen persönlich ansprechen. Und dies tut er, indem er die Probleme darstellt, mit denen vielleicht nicht alle Menschen, aber doch wohl eine Menge konfrontiert sind.

“Sunlight rises beautifully, now it’s time to fight! | Statistics prove that bathrooms are quite deadly, even without wars and water it may kill you when you pull faces at mirrors. | You should be nice to your own face, although it looks too strange!” (Be nice to your own face[although it looks too strange])

Wie erfrischend dabei, dass es nicht nur um die böse und zerflossene oder begehrte Liebe geht. Er arbeitet ebenso seine vergangene Zeit in Amerika auf, die ihm offensichtlich gelehrt hat, dass Kalifornien nicht unbedingt der schönste US-Staat ist und dass es besser ist Las Vegas den Rücken zu kehren. Betrachtet man die Texte im Allgemeinen, sind diese alles andere als heiter. Lediglich “This town is mine”, das auch am poppigsten daherkommt, mag da eine Ausnahme bilden.

Das Zweitlingswerk “Lightspeed your body, we’re going downtown” birgt mit all seinen gegensätzlichen Facetten immer wieder Überraschungen. Kein Song klingt gleich und einen musikalischen Vergleich zu finden, scheint daher nahezu unmachbar. Wenn aber doch ein Name fallen sollte, dann passt an dieser Stelle wohl am ehesten niemand geringeres als Konstantin Gropper (Get Well Soon) in seinen düsteren Momenten. Immerhin haben er und Alexander Leonard Stöckigt alias Leonard Las Vegas nicht nur die Gemeinsamkeit, schon früh im Kindheitsalter mit der Musik in Berührung gekommen zu sein. Auch haben sie textlich eine gewisse Ähnlichkeit, eben da sie nicht nur, wie bereits erwähnt, die alltäglichen Unsicherheiten und Schicksalsfragen der Menschheit abklappern.

“My house shall be burned | All documents are cursed. | I’m party of the herd, I’m walking deaf and I can’t be heard. | Travelling for fifty years, I’ve been wandering in grooves. | Ten judges and a drunken squirrel in a wooden hut, plunging knives into their chests. | That’s where I want to be.” (Cymbals in my bony hands, poison spirit from my drooly mouth)

Zugegeben mag hier kein Orchester am Werk gewesen sein. Opulent und komplex sind die Stücke aber allemal. Doch das Album in Eigenregie einzuspielen, lässt nicht nur ungefähr erahnen, welch Talent hinter dieser Musik stehen muss. Leonard Las Vegas muss sich hinter niemandem verstecken. Sein Album “Lightspeed Your Body, We’re Going Downtown” gehört definitiv in die Reihe ‘Wertvolle Musik aus Deutschland’.

(VÖ 17.07.2009 / 1FourFive)


(Koksi)

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