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Morrissey »Years Of Refusal«

Steven Patrick Morrissey ist schon faszinierend auf seine Weise. Vielleicht liegt es an dieser absolut mysteriösen starken Begabung eine Masse an Menschen zwischen 14 und 40 Jahren um sich zu scharen. Jeder einzelne Release wurde aufgesogen, als wäre es das letzte Stück Musik auf der ganzen Welt. Es bleibt ein Phänomen.


Da wäre nun also “Years Of Refusal”, Morrissey’s neuntes Soloalbum. Schlichtweg lässt es sich in einem Wort beschreiben: brilliant. Von der fröhlichen, ja schon optimistisch klingenden Single “I’m throwing my arms around Paris”, bis zum peppigen “Someone’s sqeezing my skull” – das Album ist vollgepackt mit Songs, die einfach von Talent und einer durchgehenden Qualität nur so vor sich her protzen können.

Noch beeindruckender sind die textlichen Fähigkeiten von einem Mann, der bald 50 wird, doch von Alter oder Ideenmangel ist hier keine Spur zu sehen. Charmant, unwiderstehlich und amüsant finden sie ihren Weg durch das Album und machen ein Meisterwerk daraus. Wer sich bereits letztes Jahr die Greatest Hits Scheibe gekauft hat, mag auch “That’s how people grow up” und “All you need is me” bereits kennen, die als Bonus Tracks darauf vertreten waren und einen Vorgeschmack darauf geben sollten, was da denn bald kommen mag, nämlich eine in sich durchdachte, eingängige Platte.

Moz, wie ihn Fans auch nennen, beweist hiermit eindeutig, dass er in der Musikindustrie, in dieser Fülle an neuen Bands, neuen Genres, noch immer auf der Liste ganz oben steht, und sich vielleicht sogar noch verbessert. Der eingefleischte Fan mag sich fragen, wie “Years of Refusal” mit dem so erfolgreichen “You Are The Quarry” von 2004 mithalten kann. Und auch hier ist die Antwort: es ist einfach ausgezeichnet. Dies mag an der Zusammenarbeit mit Produzent Jerry Finn liegen, der letztes Jahr verstorben ist. Andererseits hat man so einen gut gelaunten Morrissey nur in den seltensten Fällen gesehen.

Freunde der alten Stunde mögen wohl lieber die alten CDs hervorkramen, für die nicht so nostalgisch angehauchten ist “Years Of Refusal” genau das Richtige. Und so nach und nach wird es mir auch einfach bewusst. Morrissey hat dieses bestimmte Talent. Dieses Talent, dass man sich früher oder später in jeden Song verlieben kann. Und wenn der einzige Preis ist, dass man nur genug Zeit dafür aufwenden muss, dann lohnt es sich doch allemal.

Dies ist eine der besten Soloscheiben Morrissey’s. Die Verjüngungskur, die Moz bei “You Are The Quarry” machte, ist wieder zurück gekehrt. Und die bitter sarkastischen Scharfsinnigkeiten zeigen einmal mehr das Talent des Briten. 25 Jahre nach dem Ende der Smiths ist “Years of Refusal” (Jahre der Zurückweisung) eine positive willkommene Ergänzung zu einer Historie, auf die nur wenige zurückblicken können: von Anfang bis Ende lässt die Qualität und Geschicklichkeit einfach nicht nach.

Einige mögen nun sagen, da fehlen die großen Hits, die geradezu danach schreien die großen Ikonensongs zu werden (“Irish Blood, English Heart”). Doch hört euch “Years…” nur einmal mehr an und ihr erkennt schnell die Genialität in jedem einzelnen Song. Und schon bald werden die Leute über dieses Album genauso schwelgend wie über das letzte reden.

(VÖ 13.02.2009 / Decca [Universal])

morrissey-solo.com
itsmorrisseysworld.com
myspace.com/morrissey


(Koksi)

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