Savoy Grand »Accident Book«
Vier Jahre war es still um Savoy Grand. Ende letzten Jahres erschien dann das lang ersehnte neue Album. “Accident Book” schließt da an, wo “People And What They Want” 2005 aufgehört hat. Es ist ein Album, das sich Zeit nimmt, genau wie die Band selbst. Vier Jahre zur Fertigstellung eines Albums sind schon eine verdammt lange Zeit. Doch diese Zeit tut der Band gut, warum muss es auch immer hektisch vorangehen. Die Zeit ist doch das, was uns im Endeffekt nur kaputt macht, weil sie so rast. Savoy Grand sind da vielleicht eine der letzten Ruhepunkte in einer immer schneller werdenen Welt.
“He realized / hope died” - so beginnt das Album der vier Briten. Nein, es ist nicht alles gut draußen, das wissen sie. Und besingen es in neun sich vor verzweifelter Ruhe kaum retten könnender Songs. Spärliche Instrumentation trifft auf hochemotionalen Gesang. Die Gitarre spielt kaum mehr als ein paar Akkorde, jeder einzelne steht für sich und klingt aus, bis zum Schluss. “And when he gets home / you’re still alone” singt Graham Langley im ersten Song “A Good Walk Spoiled” und wiederholt es gefühlte tausende Male, so dass es auch jeder versteht. Savoy Grand ist eine Band, die man am besten alleine hört, ja. Zuviele Menschen würden die Ruhe wohl kaputt machen.
Es geht um Verzweiflung, um die Ungerechtigkeit im Leben, und hier und da um einen Funken Hoffnung, der - wenn er noch nicht erloschen ist - irgendwo am Horizont noch aufleuchtet, selbst wenn um einen herum die tiefste Nacht klafft. Es geht um das Hinfortträumen in andere Gegenden, weg von den Dingen, die uns kaputt machen. “And the look on your face / will be so hard to escape / I can’t take it / I have waited” hört man Graham Langley klagen und “When you rest / you will sleep. / As you sleep / you will dream. / When you wake / you will be far away.”, begleitet von einem traurigen Klavier. Ja, man möchte einschlafen und hoffen, dann irgendwo anders zu sein. Zu schön, diese Vorstellung.
“Accident Book” ist nicht leicht zu hören, es stimmt nicht wirklich glücklich. Es ist ein Album, das zum Nachdenken, zum Grübeln anregt und einen auch nach dem fünften Mal Hören nicht los lässt. Eine knappe Stunde, die komplett vereinahmend ist und den Hörer mit einem unwohligen-schönem Gefühl zurücklässt. Das ist genau die Stärke von Savoy Grand: die Musik macht gewissermaßen kaputt und andererseits sorgt sie für eine sanfte Wohlfühlstimmung. Ein großes Kunstwerk der Ruhe, das die vier langen Jahre des Wartens vergessen lässt.
(VÖ 27.11.2009 / Glitterhouse Records)
www.savoygrand.com
(moneybernd)






















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