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Scumbucket »Sarsaparilla«

Gute Bands, die sich der Rockmusik – und damit meine ich Rockmusik – verschreiben, werden vor allem in Deutschland gefühlt immer weniger. Alles geht in die Richtung seichte Popmusik. Denn man muss ja davon leben können und Popmusik ist nun mal das, was die meisten Menschen am verträglichsten finden. Das Hopfen und Malz dann doch noch nicht ganz verloren gegangen ist, zeigt die Koblenzer Band Scumbucket.

“Sarsaparilla” heißt ihr neuestes Werk. Dies ist eine Pflanze der Stechwinde und reguliert bei richtiger Anwendung Stoffwechselorgane und aktiviert Ausscheidungsfunktion der Niere, des Darmes und der Haut. Soviel dazu.

“And I hate it so | How you’d never pick up your phone | Yes, now I turn in my sheet | Waiting as you break up my feed | As I watch you turn off the light | I have an army shoot out your sight | Ans now I’ve stopped your world | You’ll believe yourself | Wake up and see that | You can’t deceive yourself” (“Con Moto”)

Nachdem sie vor nicht allzu langer Zeit ihr 97er Debütalbum “Heliophobia” neu eingespielt und arrangiert haben, kommt die Band nun mit wirklich neuen Songs. Und die können sich mindestens genauso gut sehen lassen, wie die alt bekannten. Schon der Opener “Staring at Open Skies” lässt vermuten, was die übrigen 10 Tracks auf “Sarsaparilla” vorhaben. Nämlich Rockmusik vom feinsten, Rockmusik von Musikern, die wissen, wo es lang geht und was sie wollen.

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Große Gitarrenwände treffen auf die eingängige Stimme von Sänger Kurt Ebelhäuser, kein Unbekannter in der deutschen Musikszene.

“You’ll give it to everyone | I’m telling you to cut it out | You started everything | And now you’re taking anything | And then you wait | Now you’re breaking off the wheels | To take them to their fall |And now you think you’ve left the scene | When you walk off the screen | But remember that you left things undone.” (“Call Me Anyone”)

Lyrisch wie melodisch durchzieht sich der rote Faden durch “Sarsaparilla”. Ebelhäuser, Fritsche und Kennedy, der auch als Mitglied von Royal We bekannt sein dürfte, schlagen gekonnt auf alles ein, was ihnen in den Weg kommt. Hymnisch und sogar zum Mitsingen (“Call Me Anyone”) eignen sich die Songs. Also doch in die Richtung Popgedöns? Nein, zum Glück nicht.

Scumbucket sind nicht mehr die jüngsten. Das grau melierte Haar nimmt langsam Überhand. Doch vielleicht ist es gerade das, was “Sarsaparilla” so hervorstechen lässt. Ein gutes, altes Stück Rockmusik in neuer Plastikfolie mit allen Goodies, die es zu einem wahren Geschenk des Jahres macht.

(VÖ 16.04.2010 / Nois-O-lution)

scumbucket-music.com
myspace.com/scumbucketmusic


(Koksi)

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