Talking To Turtles »Monologue«
Durchdacht, jedoch nicht perfekt. Verstanden, jedoch nicht ohne Überraschungen. Drama, jedoch nicht ohne Melancholie. Das sind Talking To Turtles, eine junge, aufstrebende Band aus Deutschland. Dahinter stehen Claudia Gröhler und Florian Sievers. Anfangs solo unterwegs holte Sievers sich die junge Dame mit ins Boot. So machen sie nun auch schon wieder eine kleine Weile zusammen Musik. Nun ist ihr erstes gemeinsames Album “Monologue” entstanden.
Unterstützt werden sie dabei von ihrem Label Devilduck Records, das in Hamburg ansässig ist. Es beherbergt nationale wie internationale Künstler und so reihen sich neben Friska Viljor, Miss Li oder Siva. nun auch die Talking To Turtles ein. Sie haben ein Lo-Fi Popalbum geschaffen, das auch nach dem zigten Mal Hören kaum Fehler aufzeigt. Natürlich ist “Monologue” kein perfekt abgemischtes, produziertes Debütalbum. Es mag viele Fehler haben und wenn es nur die kleinen sind. Doch gerade das macht es auch aus. In ihrer ungehobelten Reinheit ist die Platte ein kleines Meisterwerk. In nur wenigen Tagen wurde sie in einem WG-Zimmer in Berlin aufgenommen. In nahezu völliger Isolation wagten Gröhler und Sievers den Schritt nach vorn, diese Platte zu machen und zu vollenden. Glückstürme trafen auf Verzweiflungsakte. Was ist gut, was ist schlecht?
Letztlich wurde sich auf das Wesentliche beschränkt, große Experimente mit den aktuell so beliebten dicken Soundwänden wurden nicht unternommen. Die Akkustikgitarre, ein Klavier, manchmal auch Percussion oder Glockenspiel und der Gesang der beiden - das ist es, was Talking To Turtles ausmacht, was sie sympathisch macht.
In ihren Geschichten schwebt immer ein gewisses Maß an Melancholie mit. Hier geht es raus aus der Stadt in eine scheinbar andere Welt (”Beam Me Up Scotty”), dort wird von einer ungeahnten Kraft in schüchternem Leib erzählt. Es sind Erlebnisse, Erfahrungen und Vorstellungen vom Leben, wie es ist, wie es sein könnte, wie es sein sollte. Und schließlich bleiben wir immer für unser Schicksal selbst verantwortlich.
“There are holes in the teeth of a monster called disease / Your body’s insane / attacks itself // But there is you, there is me / We’re the heroes and our swords are made of love // This is our story / It’ll be hard from time to time / But we’re both each others heroes / I’m yours, you’re mine // Maybe it seems like we’re the underdogs / But we’ve got secret weapons, secret stuff // This is our story / It’ll be hard from time to time / But we’re both each others heroes / I’m yours, you’re mine” (”Monster’s Teeth”)
Feinste Melodien, eine sensible Atmosphäre und kleine süßliche Überraschungen prägen das immer weiter wachsende Klangbild des Duos. Talking To Turtles sind ebenso große Poeten wie kleine Tonkünstler.
(VÖ 22.01.2010 / Devilduck Records)
myspace.com/talkingtoturtles
devilduckrecords.de
(Koksi)























Kommentar verfassen