The Kooks »Konk«
Nehmen wir es also vorweg: Luke Pritchard und Gang veröffentlichen ihr zweites Album nach „Inside In/ Inside Out“. Sagte ich „Luke Pritchard und Gang“? Oh, ein Versehen. Ich meine natürlich The Kooks. Obwohl es fast schwer fällt zu glauben, dass es sich bei „Konk“ nicht um das Soloalbum Pritchard`s und netter Hintergrund- instrumentierung handelt.
So herausgestellt und deutlich in den Vordergrund gepresst, erschien der Frontmann bei ihrem Debüt 2006 bei Weitem nicht.
Er ist derjenige, der auf der Single-Auskoppelung „Always where I need to be“ mit weißem Pulli und braunem Wuschelkopf zwanzigfach (!!!) abgebildet ist, zur Zeit alle Musikmagazine ziert und auf dem Cover der Aprilausgabe der Visions die Bandkollegen, welche zu ihm aufsehen, in der Hand hält. Und genau so klingt das berühmt – berüchtigt und gefürchtete zweite Album der Kooks – als würden alle nur spielen, damit die Stimme des Frontmanns besonders nett umschmeichelt wird und auch das letzte Indiemädchenherz erobert werden kann. Wenn das die Strategie der Plattenfirma ist, noch ein, zwei Platten mehr zu verkaufen, garantiere ich Gelingen.
Tatsächlich sind die Kooks allerdings VIER junge Männer aus Brighton und Umgebung: Hugh Harris (Gitarre, Backing Vocals), Paul Garred (Schlagzeug), anstelle des ausgestiegenen Max Rafferty Dan Logan am Bass und eben kurz erwähnter Luke Pritchard. Für all diejenigen aber, die auch, oder vor allem, an der Musik der Kooks interessiert sind, reicht es durchaus sich Konk nur im MP3-Format, günstiger zu besorgen.
Denn natürlich sind es wieder eingängige Melodien und Lieder, die zum Mitsingen anregen. Die heißen diesmal „Always where I need to be“, „Mr. Maker” oder „Down to the market“. Die elektrische Gitarre darf diesmal ein bisschen mehr nach Oldschool – Rock klingen und gewährt hier („Sway“) und da („One last time“) der akustischen Gitarre kurzzeitig Vorrang. Ein paar Handclaps, ein bisschen Popmusik gefällig? Sehr gern, hier kommt sie auch schon.
Aber wenn dann tatsächlich ein „do you wanna, do you wanna make love to me? I know you wanna, I know you wanna, I know you wanna make love to me“ ertönt, dann wird einem von so viel Selbstüberschätzung doch etwas schlecht und der Song demnächst beim Hören der Scheibe wohl übersprungen. Fehlt nur noch, dass Pritchard dann live bei diesem Lied auf ein Mädchen in der ersten Reihe zeigt.
Wer gerade überlegt welcher Bowie-Song diesmal für den Albumtitel beklaut wurde, ist allerdings auf der falschen Fährte. „Konk“ hieß das Studio in Nordlondon, in dem The Kooks sechs Wochen lang ihre Songs auf Platte brachten, mit einwöchiger Exkursion nach Los Angeles in die „Sound Factory“ – zugegeben, haben sie sich immerhin für den besseren Studionamen a.k.a. Namensgeber entschieden.
Die einzigen beiden Lieder, die etwas herausstechen sind „Mr. Maker“ und der letzte Song mit hidden track „Tick of time“.
„Mr. Maker“, da er als erster Kooks – Song von einer fiktiven Person – titelgebenden, ehrwürdigen Mr. Maker – erzählt, der, trotz fehlender Religionszugehörigkeit, jeder Sünde besser als so manches Kirchenmitglied entgeht. Und „Tick of time“, da man endlich kein rundgefeiltes Stückchen Musik vor die Nase geworfen bekommt, sondern quasi in Echtzeit eine Studioaufnahme hört, bei der auch endlich nicht nur die anderen mitsingen dürfen, sondern verdeutlicht wird, wieso man die Kooks seit zwei Jahren überhaupt schätzen gelernt hat – weil sie eben live doch um so einiges besser klingen.
Insgesamt also leider nur eine Platte, die man ohne große Bedenken und Gewissensbisse nebenbei hören kann – beim Autofahren, Putzen, Lernen oder Luke Pritchard – Bilder angucken.
(my heart is an apple)

















„do you wanna, do you wanna make love to me? I know you wanna, I know you wanna, I know you wanna make love to me“ [...]
ab da hab ich das hören abbrechen müssen. geht ja gar nicht!!!
manche bands bekommen eben ein zweites album nicht annähernd zu gut hin wie das debüt.
ich bin eben kein teenie mehr (denke ich doch^^) …
ja aber winson blick…wie passt das denn zusammen?
ich habs album noch nicht durchgehört, aber die single läuft zumindest hier überall – tv, radio, werbung, ÜBERALL!! da krieg ich jetz schon brechreiz und möcht mir von Mr. Pritchard nichts weiter anhören
siehste, klappt also mit der vermarktung..