+ + Kabelblume - Das Online-Fanzine für Popkultur + + » Wooden Peak »Frog« Wooden Peak »Frog« » Von Koksi » Doch, Musik, Hier, Sie, Wooden, Peak, Horizont, Und, Frog, Bühne, Gesang, Indie, Introvertierter, Experiment, Spektrum, Mix, Bode, Sebastian, Wolter, Jonas » + + Kabelblume - Das Online-Fanzine für Popkultur + +

Wooden Peak »Frog«

Will man umgehen, junge Bands mit alt Bekannten zu vergleichen, um dem Leser einen besseren Eindruck zu geben, so zieht man gern auch mal Vergleiche zu Bildern und Impressionen heran. Und so will ich mich meinen Lieblingssituationen widmen. Hier ist es heiß, die Sonne verschwindet langsam hinter den Baumwipfeln(!) um den Himmelsanbetern zu späterer Stunde einen feuerroten Horizont zu bescheren. Würde es mucksmäuschenstill sein, hörte man die Grillen zirpen.

Doch sie verstummen in Anbetracht dessen, dass dort irgendwo Musik von einer kleinen Bühne erklingt. Im Niemandsland steht sie und um sie herum tummeln sich einige wenige tausend Besucher, auf der Suche nach Musik, die von Herzen kommt. Bereit in die ihrige einzudringen.

Was ich mir hier in meinem Köpfchen zusammendenke ist ein kleines Festival. Hier geht es noch um die Musik und um diejenigen, denen sie mehr bedeutet als der reine Ausverkauf. Und in diesem Bild stehen Wooden Peak auf der Bühne. In der Abendhitze eines ausklingenden Sommertages. Dem feuerroten Horizont die letzte Ehre erweisend.

Die Melancholie schwebt immer mit. “Frog” ist das Debütalbum eines Duos aus Berlin und Rostock. Jonas Wolter und Sebastian Bode schaffen es mit ihrem Sound diese Stimmung selbst im bittersten Winter zu erzeugen. Ihr Mix aus frickelndem Akkustik-Folk und gleichzeitig gefrimeltem Indie ist ein erfolgreiches Experiment, welche einige vor ihnen bereits versucht haben.
Introvertierter, nahezu schüchterner, dunkel verrauchter Gesang trifft auf ein kleines Spektrum von klassischen Musikinstrumenten und Synthies. Sie erinnern teils an aufgenommene Jam Sessions wie im “Montagsmärchen”. Doch hier wird sich nicht um Kopf und Kragen gespielt. Vielmehr genießt man den Moment, den jeder Song bietet. Sie sind aufeinander abgestimmt und doch stehen sie jeder für sich.

“Frog” von Wooden Peak ist nicht perfekt. Zu viel Schaffen, Wissen und Enthusiasmus stecken in diesen kleinen 10 Stücken. Doch kann man zumindest vermuten, was die beiden vorhaben und mit welcher Inbrunst sie dies schaffen werden. Vielleicht an einem Tag im Sommer.

(VÖ 19.10.2009 / kasabitunez.de)

woodenpeak.de
myspace.com/woodenpeak


(Koksi)

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