Louie Austen | Portrait
Alois Luef alias Louie Austen kann vielerlei.
Er beherrscht so einige Instrumente, singen kann er auch wunderbar, er ist Entertainer auf der Bühne und ein Profi auf dem Tennisplatz. Sein Markenzeichen sind weiße Anzüge. Louie Austen ist nicht mehr ganz jung, doch in jeglicher Hinsicht noch fit wie ein Turnschuh. Ein Portrait.
Es ist später Freitag Abend auf dem Immergut Festival 2008. Es ist immer noch wunderbar warm und Louie sitzt schick in weißem Anzug gekleidet vor seinem Backstage-Wagen. Louie erzählt über sich und sein Leben, das zugegeben immer aufregend war. Nach seinem Studium von Gesang und Schauspielerei wanderte er aus seiner Heimat Wien aus – nach Südafrika, Australien, Amerika. Zurück in Österreich verdiente Louie sein Geld als Barsänger.
Ein Projekt, dass 1999 begann, eröffnete ihm einen neuen Weg. Elektronische Clubsounds und Austens Croonerstimme fanden eines Tages einen gemeinsamen Weg. Das erste Album “Consequences” entsteht. Durch den überraschenden Erfolg gibt Louie seinen gut bezahlten Job als Barsänger auf und konzentriert sich von nun an auf seine eigene Musik und sein immer größer werdendes Publikum. 2006 erscheint “Iguana” auf kleinrecords. Auf seinem 2007 eigens gegründeten Label LA Music (Louie Austen Music) erscheinen die EPs “Summer Love” und “Dreams Are My Reality”. Der nächste Release ist für den Juli 2008 vorgesehen.
Soweit, so gut. Was ist Louie nun für ein Mensch? Ein vielseitiger. Er erzählt uns, dass er gerne reist. Er möchte so viel sehen, wie möglich. Deswegen hat er den weiten Weg nach Neustrelitz auch mit dem Zug bestritten. Er liebt die Landschaft. Hätte er noch mehr Zeit, wäre er auch gerne einige Tage an die Ostsee gefahren. Er hat gehört, dass es dort sehr schön sein soll. Ja, das ist es.
Er liebt es, die ganze Welt zu sehen. Im Winter geht es in die warmen Gefilde von Australien, im Sommer reicht auch manchmal einfach Europa. Mittlerweile ist es aber auch wieder in Ordnung für ihn, einfach nach Hause nach Österreich zu kommen. Dort ist er schließlich zu Hause, dort warten seine drei wichtigsten Frauen auf ihn: seine Freundin, seine Mutter und seine Hündin.
Aufgefallen ist ihm, dass in jedem Land ein anderer seiner Songs der beliebteste ist. Er mag mit jungen Menschen zusammen zu sein. Seine neue Richtung, die er musikalisch eingeschlagen hat, scheint eben Alt und Jung zu verbinden. Wenn junge Menschen zu seiner Musik tanzen, macht ihn das glücklich. Er erwartet nicht, dass die Leute auf dem Immergut vor der Bühne ausrasten. Es ist ein Experiment, solch nicht typische Indie-Musik auf die Bühne zu stellen. Es reicht ihm schon, wenn ein paar Leute im Publikum sagen: “He der Alte zieht sein Ding durch, das gefällt mir”.
Louie findet solche kleinen Festivals wie das Immergut äußerst wichtig. Sie sind gut für kleine Bands um sich zu präsentieren und überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Er würde auch gern immer kleine Bands, die er mag und unterstützen will, mit auf seine Konzerte nehmen und sie da spielen lassen. Dieses Durchsetzungsvermügen, zu tun und lassen, was ihm beliebt, brachte schon so einige Male das Management zum Verzweifeln. Und leider gestaltet sich diese Art von Support nicht immer so einfach, wie es klingt.
Louies 60. Geburtstag sollte zu einem einschneidenen Erlebnis in seinem Leben werden. Bis dahin das Leben in vollen Zügen genossen, beschließt er mit dem Trinken und Rauchen aufzuhören. Und es geht ihm sogar besser! Er hat bis heute (knappe 2 Jahre später) keinen Glimmstengel und kein Glas Wein mehr angerüht, obwohl er noch gerne mal daran riecht. Mit dieser Stärke kann er auch seiner Leidenschaft – dem Tennisspielen – nachgehen. Professionelles Tennis ist das Ziel. Inzwischen schlägt er schon seinen um einige Jahre jüngeren Trainer, was eine absolute innere Genugtuung für ihn ist. “Jetzt ist das ein Krieg. Da gibt’s keine Gnade mehr.”
Musikalisch fasst Louie Austen neue Projekte ins Auge. Es soll Liebeslieder geben, “mit Blech und Stahl”. Nicht die rosa rote Brille soll aufgesetzt sein, sondern er will die innere Zerrissenheit und die Leiden darstellen, die die Liebe mit sich bringt, vor allem, wenn die Angebetete es einfach nicht merkt oder nicht erwidert. Zunächst tourt Louie aber 2008 mit Señor Coconut quer durch Europa und auch darüber hinaus. Als Special Guest wird er bei den meisten Shows mit dem Orchester zusammen auftreten. Auch ist er auf Señor Coconut‘s Album “Around The World” vertreten.
Wir verabschieden uns von Louie. Sein Auftritt wird wie erhofft ein Erfolg. Wir erfahren vom Label, dass das Immergut für Louie ein Knüller war und er viel Spaß hatte. Es ist faszinierend und erfreulich, dass er mit seiner “anderen” Musik eben doch so gut angekommen ist und nicht abgelehnt wurde, nur weil er keine Gitarre in der Hand hatte.
Vielen Dank, Louie, und weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg!
louie-austen.com
myspace.com/louieausten
(Koksi)

















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