Baddies & Men Should Brothers Be | Review
30.10.2009 - Dresden, Beatpol.
Achtung, schlechter Wortwitz: Es ist Freitagabend und der Tag war bis jetzt so richtig schön bad - gehen wir mal zu den Baddies. Dachten sich auch ca. 70 Leute, die sich an besagtem Freitag in den Beatpol aufgemacht hatten. Man steht noch etwas unsicher in den Ecken rum, als kurz nach 21 Uhr (ungewöhnlich für einen Freitag, beinahe hätte ich es verpasst) Men Should Brothers Be auf die Bühne gehen.
“Ihr könnt ja alle noch ein Stück nach vorne kommen und enger zusammenrücken, dass gibt dann einen krassen thermischen Effekt” sagt Marcus Schiffel. Die Leute tun’s, ein kleines Stückchen aber nur, immerhin etwas. Men Should Brothers Be beginnen also zu spielen, wie gewohnt richtig gut, und wären es Massen gewesen, die Massen hätten getanzt. Aber auch die nicht ganz so große Menge an Besuchern freut sich, tanzt sich warm, für die Baddies nachher. “Who Am I” scheint Publikumsliebling zu sein, mitsingen können die meisten der in der ersten und zweiten Reihe stehenden Men Should Brothers Be Fans. Mitgröhlen tun dafür ganz andere, die eher Fans von Bier und Schnaps als von Men Should Brothers Be zu sein scheinen. Bisweilen nervig, größtenteils lustig. Für Band und die restlichen Besucher.
Nach knapp vierzig Minuten verlassen die Riesaer unter doch recht großem Jubel die Bühne. Wer weiß, wie lange sie noch als Support unterwegs sind. Jedes Konzert ist einfach immer noch ein Stückchen besser als das, was man bisher von ihnen kannte. Das nächste mal übrigens Ende November im Puschkin in Dresden. Dann im Rahmen des Emergenza Wettbewerbs. Darf man auch drauf gespannt sein, denn so richtig gute Bands treten bei solchen Wettbewerben ja meistens nicht auf. Bis jetzt.
Aber jetzt erstmal zu den Baddies. Denen man ja sofort ihre Herkunft ansieht. Es mag ein Klischee sein, doch wer von euch den Film “Hooligan” gesehen hat, wird mir vielleicht zustimmen - die Baddies sehen ein bisschen aus wie aus diesem Film. Immer böse dreinblickend, auf die Instrumente eindreschend und immer laut, laut, laut.
“Open One Eye” als viertes löst den ersten Pogokreis aus, mittendrin ein gröhlender Mob alkoholisierter Jünglinge, die sich nicht um den Rest des Publikums scheren, denen ihr “Tanzverhalten” wohl nicht ganz so passt. Doch sei’s drum, im besten Fall sind sie auch nur wieder lustig. Schließlich geht es ja hier um Musik, und die ist gut, genau das, was man nach einem verkorksten Tag braucht. “Hug The Bomb” ist musikalischer Wahnsinn, “At The Party” gleich noch einmal, Pausen sind unnötig. Die Baddies brauchen keine Pause, die Baddies stehen da oben, blicken mit böser Miene ins Publikum und spielen unbeirrt weiter. “Take Care Of The Ladies” ermahnt Sänger Michael Webster einmal die wild um sich pogenden und fallenden Männer in der Mitte des Saals. Sind dann doch ja gar nicht so böse, die Baddies.
Roboterähnliches Drumspiel von Jim Webster, Kajalgeschminkte böse Augen vom Bassisten Danny Rowton und die pure Energie des Gitarrendoppels Michael Webster und Simon Bellamy lassen die Liveshow der Baddies so unglaublich gut erscheinen. Es gibt keine Ruhe, weder vor noch nach dem Sturm. Alles ist in Bewegung, alles ist laut, es klirrt in den Ohren und schmerzt in den Beinen, aber alles ist gut. Die Energie ist ansteckend. Wären da nicht die eigenartig betrunkenen Pogokinder hinter mir und die eigenartig mit der Faust auf die Bühne hauenden Altrocker vor mir. Doch auch das übersieht man mit einem Augenzwinkern. Und sowieso: “We all sleep better tonight, if we open one eye.” Haben wir ja gelernt. Machen wir so, übersehen das schlechte, und sehen das gute, das heute Abend in Form von vier Bösewichten aus England vor uns steht.
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(moneybernd)






















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