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Band Of Skulls | Review

18.01.2010 - Köln, Gebäude 9
Der Januar ist noch schmächtig mit Gigs bestückt. Man hört von mehreren Seiten, warum die Bands denn nicht im Januar spielen und immer auf den Frühling warten müssen, dann, wenn so viele spielen. Nun ja, darauf habe auch ich keine Antwort. Was aber sicher ist, ist, dass Band Of Skulls keine Mitläufer sind. Sie spielen jetzt und hier - im Januar, in der kalten, dunklen Winterluft.

Und auch sonst scheinen sie gegen den Strom zu schwimmen. Denn was momentan aus England über den Kanal schwabbt, klingt, mehr oder minder kritisch betrachtet, seit einigen Monaten wie Einheitsbrei. Phoenix hier, Strokes da. Dass genau die beiden Bands nicht aus England kommen, sei einmal dahin gestellt. Aber trotz alle dem, Band Of Skulls klingen so gar nicht britisch. Schon fast mag man meinen, sie hätten den weiten Weg von Amerika nach Deutschland gemacht. Zwei bärtige, langhaarige Typen und eine Dame, bei der man zweimal hinschauen muss, was sie nun eigentlich ist. Und auch nur ihre Stimme ist es, woran man schließlich die Herkunft der Band erkennen mag.

Was hören wir nun hier? Relativ unvoreingenommen stehe ich im überschaubaren Publikum, dass auch nach der Vorband Dear Lament aus Köln noch nicht richtig warm geworden ist. Knallende Drums und Bass begrüßen uns, bevor die schräge Gitarre des Sängers Russell Marsden einsetzt. Die White Stripes und Sonic Youth treffen sich zum Kaffeetrinken bei “Death By Diamonds And Pearls” oder “Patterns”. Band Of Horses versuchen sich an Manchester Orchestra. Psychedelic meets Glam.

Vielerlei Borderclash Situationen finden sich dort auf der Bühne. Doch was übrig bleibt, sind drei junge talentierte Menschen, die Rockmusik á la carte machen. Wortkarg bringen die Briten ihr 50minütiges Set hinter sich. Nicht aber ohne einer jeden Person eine Herz-Rhythmus-Störung ins Ohr zu legen. Mit einem wahnsinnigen Gitarren-Intro stimmen sie ihren letzten Song an. Das Licht flackert, Blicke starren. Hier ist der Moment, an dem man sich wieder in die 90er Jahre wünscht. In die Zeit, in der man sich der Musik vollends hingeben kann, sich nicht schämen muss, sein Bein oder seinen Kopf zur Musik zu bewegen. Denn obwohl danach bei Kronleuchter-Licht alle hellauf begeistert sind, so fielen die Tanzeinlagen des Publikums eher mager aus.

In Band Of Skulls steckt eine Menge Potential. Sie haben die Musik nicht neu erfunden. Doch können sie im Haifischbecken all ihrer britischen Kollegen sicherlich jetzt schon mit den dicken Fischen mithalten.

bandofskulls.com
myspace.com/bandofskulls


(Koksi)

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