Bombay Bicycle Club | Review
08.03.2010 – Köln, Werkstatt
Der Frühling mag noch nicht so recht kommen. Der sternenklare Himmel macht es eisig kalt vor der Kölner Werkstatt. Die Freude auf die Wärme und das, was da heute Abend in der Location kommen mag, lädt geradezu ein, pünktlich drinnen zu sein. Es ist gut gefüllt. Mehrere Generationen versammeln sich hier, um gefühlvolle, aber durchaus frühlingstaugliche Musik zu genießen.
Und wo ich schon bei Jahreszeiten bin. Herbstrock eröffnen den Abend. Die Band aus Österreich scheint schon eine ganze Weile mit den Herren des Bombay Bicycle Club zu touren. Müde werden sie trotzdem nicht. Auch wenn ich kein großer Freund deutschsprachiger Musik bin, bin ich immer wieder überrascht, wieviel Energie die junge Dame, Kopf und Sängerin von Herbstrock, an den Tag legen kann. Das Publikum hat sie nicht wirklich überzeugen können, doch es bleibt ein positiver Eindruck zurück. Und mal ehrlich: ihr österreichischer Akzent hat schon etwas putziges.
Nach gar nicht allzu langer Pause stehen die Herren vom Bombay Bicycle Club auf der Bühne. Vor mir raunt es: das sind ja noch Kinder! Tja, man muss keine 40 sein um zu verstehen, wie Musik gemacht wird. Die Gitarren werden gegriffen und los geht’s. Im Vordergrund stehen die Songs von ihrem aktuellen Debüt “I had the blues but I shook them loose”. Verständlichweise, denn die Jungs sind seit der Veröffentlichung des Albums auch eigentlich nur unterwegs. Bereits letztes Jahr waren sie für ein paar Konzerte in Deutschland unterwegs.
Ohne große Umschweife und Erzählungen folgen die Songs aufeinander. Kleine ‘Thank You’s sind die Ausnahme. Für die Band geht es um die Musik. Ihr Debütalbum hat ausreichend Schmankerl, um den Abend zu füllen. Natürlich kann niemand ein 90minütiges Set erwarten. Und so wird am Ende des Abends auch nur knapp die 60 Minuten Grenze erreicht. Doch die Hits sind alle vertreten. Sei es “Evening/ Morning”, “Dust On The Ground” oder ihr beliebtester Track “Always Like This”. Das Publikum mag sich nicht recht bewegen, doch in ihren Augen steht die Begeisterung.
Der Sound war – ungewöhnlich für die Werkstatt – unglaublich sauber. Über ein paar kleine Ausfälle kann man sich nicht beschweren. Wenn, dann gab es kleine Fehler seitens der Band, die durch ein schelmisches Grinsen von Sänger Jack Steadman wieder gut gemacht wurden. Überhaupt schien der Sänger gut gelaunt zu sein. Und da ist es durchaus auch verständlich, dass die anwesenden 16jährigen Mädels geradezu entzückt sind von dem Mann mit der zerbrechlichen Stimme.
Bombay Bicycle Club sind jung, verdammt jung. Doch sie wissen ihr Talent umzusetzen und es richtig auszunutzen. Das Publikum ist begeistert. “What If” soll das letzte und in der Tat beeindruckendste Stück des Abends werden. ‘Spektakulär’ kommt es aus den Reihen. Ja, das war es und alle Sinne einvernehmend.
myspace.com/bombaybicycleclub
schoneberg.de
(Koksi)

















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