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Chairlift & John Maus | Review

chairlift01.11.2009 – Köln, Gebäude 9
Ein Abend voller Überraschungen bot sich zum Ende des Jahres. Regen und Sturm. Vor die Haustür zu gehen, bedarf einer größeren Überwindung. Die Entscheidung, den Weg ins Gebäude 9 anzutreten, soll sich allerdings als die richtige für einen Sonntagabend herausstellen.

Den Anfang macht die junge österreichische Band Herbstrock. Zugegeben, ich bin kein Freund von deutschsprachiger Musik. Und in der Tat, habe ich mich des öfteren an Silbermond und Christina Stürmer erinnert gefühlt. Doch rein formal gesehen hat diese junge Band alles richtig gemacht. Intervention mit dem Publikum, hier und da ein Scherzchen und Konfetti hat selbst mein Herz höher schlagen lassen. Auch konnten sie eine Mini-Fancrows verbuchen, die zu jedem Song Arm in Arm vor der Bühne hopsen. Für Freunde von Radio-Pop durchaus geeignet, für eine junge Band wie diese gar nicht schlecht.

Der eigentliche Hauptact Chairlift aus New York kommt mit psychedelisch angehauchtem Pop daher. Das Trio taucht ein in ihre eigene Welt, funktioniert nur zusammen, eine Symbiose in Popmusik. Während ihre Songs nach einer gewissen Zeit zu vorangeschrittener Zeit zunehmends ähnlich und gleich klingen, sticht ihre Hitsingle als ihr Aushängeschild “Bruises” weit hervor. Selbst in psychedelisch abgewandelter Form, wie er dem Publikum dargeboten wird, bleibt er als einziger von den Songs in Erinnerung. Auch wenn sie musikalisch gesehen eine hervorragende Band sind, laufen sie weiterhin Gefahr in die Belanglosigkeit des Ipod-One-Hit-Wonders abzudriften.

Wem solche Gefahren völlig egal sind, ist John Maus. Ein Mann in Cordhose, eine Drum Machine und Wut. So viel Wut. In seinem Gesicht, in seiner Gestik, in seiner Stimme. Die Adern und geballten Fäuste bieten den besten Eindruck, worum es in den Songs von John Maus gehen mag. Der Überraschungsauftritt des Amerikaners hat in der Tat viele überrascht, einige beängstigt, nicht zu letzt aufgrund der Luftfaustschläge. Hauptsächlich aber scheint das Publikum belustigt und erstaunt. “Do Your Best” geht unter die Haut. In der Herbstdepression, mit dem stürmischen Wetter, passt Maus’ dunkle Stimme, die teils an Ian Curtis erinnert. Elektronischer Shoegaze mit viel Wut und allzu lang war es auch nicht, aber trotzdem erstklassig und definitiv erinnerungswürdig.

chairliftmusic.com
myspace.com/chairlift

myspace.com/johnmaus
myspace.com/herbstrock


(Koksi)

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