Das Bierbeben | Review
29.04.2009 – Oberhausen, Druckluft
Zug verpasst. Umweg genommen. Einmal quer durch das Ruhrgebiet gefahren. Doch zu spät war ich noch nicht, denn im Druckluft tat sich noch gar nichts, außer den üblichen Beschäftigungsmaßnahmen vor Konzerten: Labern, Trinken und auf Toilette gehen. Es dauerte noch ein wenig, bis Freakatronic auftraten, also gerade noch genug Zeit die richtige Kameraeinstellung für das diffuse Licht zu finden. Erfolglos, aber etwas, das düster und verschwommen ist, kann ja auch seinen Reiz haben.
Freakatronic legen dann mit ihrer “Space-Geschichte” los, in “Star-Trek-hafter” Konstümierung betreten die beiden Jungs inklusive tanzendem “Space-Girl” die Bühne. Die Musik der beiden ist trashig, laut und für meinen Geschmack sind ihre Texte mit deutlich zu vielen “Eys” angereichert. Das ganze Spektakel ist umfassend mit Konfetti und Beamer-Projektion inszeniert und weiß das Publikum zeitlweilig durchaus zu unterhalten.
Nach kurzem Umbau ist es schließlich Zeit für Das Bierbeben. Die vier Protagonisten, Rasmus Engler (auch Herrenmagazin, Dirty Dishes etc. pp.), Julia Wilton, Jan Müller (auch Tocotronic, Dirty Dishes) und Alexander Tsitsigias (auch Schrottgrenze) positionieren sich auf der Bühne, während die eingespielten Klänge des Liedes “Es fährt ein Zug nach nirgendwo” einstimmen auf die verworrene Reise, auf die man uns mitnehmen wird. Zu Beginn lädt man das Publikum in den “Readyroom” ein und verschwindet mit dem ersten Lied der neuen Platte, “Dunkle Tage”, gleich darauf in der Ästhetik der Dunkelheit. “Alles fällt” daraufhin und wer nach diesem Fall doch wieder aufstehen sollte, der tut dies nur “frei wie ein Vogel“. Es sind keine Geschichten, die dort auf der Bühne erzählt werden, es sind Gedichte, Darstellungen von Gedanken, von Bildern.
Die Lieder der alten Platten verbinden sich nahtlos mit denen des neuen Albums und nicht nur textlich ist alles rundum gelungen, auch musikalisch ist der Transfer von den Alben auf die Bühne durchweg interessant gestaltet.
Am Ende dieses Konzertes blieb für mich nicht mehr viel zu sagen. Es war soeben alles gesagt worden.
bierbeben.de
drucklufthaus.de
(T.resa)

















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