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Immergut Der Film | Review

25.03.2010 – Berlin, Babylon
Der kleine Platz vor dem Babylon füllte sich schnell. Bekannte wie unbekannte Gesichter feiern ein Wiedersehen. Menschen, die man vielleicht nur einmal im Jahr – eben in Neustrelitz – auf der Wiese trifft, sind plötzlich da. Die Stimmung ist ausgelassen und bedächtig. Es ist der Premierentag des Immergut Films. “Immergut – Der Film” – kurz und bündig.

Noch vor dem Film wartet die kleine, bekannte Überraschung. Das Duo von Hundreds aus Hamburg haben den Weg nach Berlin angetreten, um das Publikum auf den da kommenden Gefühlsrausch vorzubereiten. Mit zerbrechlicher Stimme und Piano wird eingestimmt. Leider ist die Stimme von Sängerin Eva in der Tat so zerbrechlich, dass die Songs durchaus etwas schief klingen möchten. Dies wird auch nicht durch einen finalen Chor verbessert, der sich in ihren Gesang einreiht. Aber sei es drum: denn heute geht es ja schließlich um die Emotionen. Und Hundreds schaffen es, eben diese trotzdem hervorzuholen. Und nach ihrem kleinen Auftritt wird gespannt auf die umgebaute Leinwand geschaut. Wir sind bereit.

Der Kinosaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Foyer wird noch ein Bier geholt, schließlich muss ja auch ein wenig Festivalstimmung aufkommen. Es wird dunkel und mit Baumkronen, dem Schlossgarten und Marktplatz von Neustrelitz geht ein Raunen durch die Menge. Ein offensichtlich nicht geringer Teil der Anwesenden kennt diese Stadt nur zu gut, war vielleicht länger nicht mehr da. Diese Szenen bringen bereits die erste Träne ins Auge.

Es werden die wichtigsten Mitglieder, die Geschichte und das Werden über das Immergut gezeigt. Neu ist das alles nicht für jemanden, der bereits von Anfang an dabei war. Eingliedern tun sich einige Interviews von Bands, die über ‘ihr erstes Mal’ berichten, über dieses überwältigende Gefühl, das nur ein so kleines Festival in Mitten vom Nichts schaffen kann. Hier finden sich Marcus Wiebusch, Holger Koch, die Sportfreunde Stiller und andere. Laut wird nur, dass “der Thees fehlt”. Das stimmt. Keine Herzensangelegenheit ohne Thees Uhlmann. Doch das sei hier auch der einzige Makel, der sich immer wieder in Erinnerung ruft.

Die Sehnsucht danach, nach diesem Feeling, steigt in den Reihen vor und hinter mir. 2 Monate nur noch! Wow! flüstert es irgendwo. Ja, zwei Monate sind nicht mehr allzu lang. Ich bin in der Tat kein großartiger Filmegucker, doch kann ich an dieser Stelle mit gutem Gewissen sagen, dass “Immergut – Der Film” die Sehnsucht weckt, die sich vielleicht die letzten Monate etwas im Ruhezustand befand. Jetzt, wenn der Frühling kommt, die Sonnenstrahlen, die hippen Sonnengläser, gute Musik – das ist hier und jetzt und das ist Immergut.

Bedächtig geht es dem Ende entgegen. Pale absolvieren ihren letzten Auftritt. Zeitlupe. Ein Kloß im Hals. Wir sind noch einmal dabei, auch wenn das gar nicht geht. Gut, dann schauen wir nicht zurück, schauen wir nach vorn. Der Film endet. 10 Jahre Immergut. Wahnsinn. Stille. Jubel und Applaus. Ja, hier hat es den meisten gefallen. Und sie werden wahrscheinlich wieder kommen. Um des Immerguts Willen und um der Musik Willen.

immergut-derfilm.de
immergutrocken.de


(Koksi)

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