Kilians | Review
11.4.2009 – Hamburg, Michelle Records
Es ist ja schon erstaunlich, wenn eine Band noch jünger aussieht, als sie eigentlich ist. Irgendwie denke ich immer, die Kilians sind so um die 16, dabei sind natürlich alle schon längst volljährige Studenten. Trotzdem sehen sie immer noch wie die braven Schuljungen von nebenan aus. Und leider klingt so wohl auch die Musik, die sie machen. Gestern jedenfalls spielten sie ein kurzes und kostenloses Schaufenster-Konzert in dem wohl nettesten Plattenladen Hamburgs um ihre neue Scheibe, die vorgestern erschienen ist, zu promoten. Das Publikum war vorwiegend weiblich und um die 18, das typische Publikum für Bands dieses Kalibers eben. Der Bass ging dann kurz bevor es losgehen sollte, auch noch kaputt, also musste der Bassist auf eine Gitarre ausweichen.
Nach einer offenen Fragerunde mit eher niveaulosen Fragen aus dem Publikum („Seid ihr reich?“) begannen die vier dann mit einer halben Stunde Verspätung zu spielen. Das Eröffnungsstück war „Said & Done“, welches auch die erste Single des Albums darstellt. Ein schrecklich schmalziges Stück Popmusik mit einem unerträglichen Musikvideo auf dem die Vier aus Dinslaken irgendwo im Süden Europas auf einem Felsen zusammen musizieren und posieren, was so ziemlich das ausgelutschteste Motiv für ein Musikvideo ist, das man sich vorstellen kann.
Aber die Kilians waren eben immer schon echte Streber, die Musik ist immer im Takt, extrem radiotauglich und behandelt die üblichen langweiligen Themen, über die man als jemand eben schreibt, der nichts zu sagen hat. Schlechte Popmusik ist das deswegen noch lange nicht, aber eben schrecklich langweilig. Auch der Rest der Songs die sie spielen sind technisch klasse, der Schlagzeuger ist ohne Zweifel ein Meister seines Fachs, der Sänger hat eine wohlklingende Stimme, die Gitarren können sich auch sehen lassen. Wirklich relevant ist das immer noch nicht, sondern vor allem sehr, sehr konventionell.
Dazu passt auch, dass wenn sie ein Lied als ihr „Trash-Stück“ ankündigen, doch nur angezerrter Retro-Rock á la The Kooks und Mando Diao rauskommt, das das Radio eh den ganzen Tag dudelt. Aha, wirklich sehr trashig. Trotzdem sind die Kilians ohne Zweifel eine sehr sympathische Band, die allesamt echte Könner an ihren Instrumenten sind und als Band wunderbar funktionieren. Aber es bleibt trotzdem harmlosester Gitarrenpop.
the-kilians.de
myspace.com/thekilians
michelle-records.de
(thadeus)

















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