Moneybrother | Review
01.12.2009 – Dresden, Beatpol.
Wir waren ja alle mal jünger. Und haben ganz viel und ganz gerne Moneybrother gehört. Insofern ist der erste Dezembertag eine schöne Erinnerung an damals. Alles ist wieder da, der Sommer, die gute Laune, all das, wofür Moneybrother und seine Musik eben steht. Der Beatpol ist voll, größtenteils junge Mädchen mit leuchtenden Augen. Er ist schon ein Typ, dieser Anders Wendin. Ihm verfallen sie alle. Aber es geht ja hier um Musik.
Support diesen Abend ist Franz Nicolay. Ein dem Zirkus entsprungener Clown, ein Alleinunterhalter, ein Liedermacher, ein Akkordeon spielender Spinner. Und das ist nicht negativ gemeint. Eigentlich Frontmann von The Hold Steady, heute alleine im weißen Anzug und mit falschen Bart. So steht er da, singt von so illustren Dingen wie dem “Pee Clown”, dessen Kunst es ist, mit …nunja… Urin Songs zu gurgeln. Das Publikum freuts, man lacht und jubelt. Zum letzten Song kommt er runter und steht inmitten eines Singekreises, wie ein Straßenmusiker. Großer Entertainer, man kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus.
Als Moneybrother die Bühne betreten, drängeln sich von allen Seiten die Menschen nach vorne, jubeln und freuen sich. Lange Zeit war er nicht in Dresden, jetzt ist er wieder da. Nennt uns Freunde, ist supergut gelaunt, so wie man es eben von Anders Wendin erwartet. Mit dabei auch wieder Bassist Henrik Nilsson, der kleine Schwede mit den stechenden Augen. Spielt lässig den Bass, singt herzzereißend schön und ist im Duett mit Wendin unschlagbar.
Opener ist “Born under a bad sign”, und schon tanzt das Publikum, singt mit und ist allem Anschein nach sehr zufrieden. Textsicher werden die großen Hits wie “Reconsider Me”, “Another Summer” oder “Down At The R” freudentaumelnd mitgesungen. Kaum einer, der nicht grinst, geschweige denn stillsteht. Die Band ist so gut gelaunt, das muss einfach anstecken. Es ist wie in den Jahren zuvor, leichte beschwipste Popmusik zum Glücklichsein. Oder zum total romantischen Blicke zuwerfen bei “Feelings getting stronger in the dark”.
Moneybrother ist Tanzmusik, Moneybrother ist Träummusik, Moneybrother ist Sommermusik. Saxophon, Orgel, Flöte und der oft kopierte, selten erreichte Tanz des Anders Wendin. Zurück in die letzten Jahre, zurück zum Sommer. “It’s been hurting all the way with you, Joanna” als Zugabe, gesungen von Henrik Nilsson setzt dem Konzert die Krone auf. Wendin selbst kommt zu den letzten Zeilen nochmal auf die Bühne und singt mit, das Publikum jubelt, klatscht, singt mit. Herzerwärmend, das Ganze. Eine lange Verbeugung, ein letztes Mal an den Bühnenrand und weg sind sie. Und es scheint, als wären alle ein ganzes Stück glücklicher oder besser gelaunter, als noch zwei Stunden zuvor.
Am Merchandise Stand gibt es Moneybrother Tomatensuppe zu kaufen. Das sollte nicht unerwähnt bleiben. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Wie die das nur immer machen, diese Schweden…
myspace.com/moneybrother
beatpol.de
(moneybernd)

















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