» Kabelblume » Perrecy | Review Perrecy | Review » Von mo » White, Trash, Bühne, Das, Perrecy, Ukulele, Hemd, Morrissey, Berlin, Die, Lieder, Vorband, Der, Herz, Jungs, Flamme, Forderung, Nur, Preussisch, Auf » » Kabelblume

Perrecy | Review

// 14.03.2008 – White Trash, Berlin
Perrecy spielt Lieder. Und wie man sich beim Namen schon denken kann, spielt er Lieder von Morrissey und zwar mit einer Ukulele. Das tat er auch am vergangen Freitag im White Trash, wo, wie des öfteren in Berlin, mal wieder irgendjemand aus den Reihen der deutschen Popkultur seinen Geburtstag feierte.

Sprich:

Gefühlte 20 Stunden bis zur deutschen Reinkarnation der britischen Britpop-Diva Morrissey. Dazwischen eine Mischung aus Langweilen während der Vorband (Lars Vegas Orchester = Element of Crime treffen 50er Jahre Surfmusik), Ärgern über unhöfliche Pop-Hipster, die einem auf die Füße treten und Schmunzeln über den rabiat-netten Kellner, dem mit seinem Seitenscheitel und Tonfall ein “Sieg Heil” genauso gut zu Gesicht gestanden hätte wie sein ständiges “Tischbedienung!”.

Dann endlich Bühnenpräsenz.

Die Vorband unterstützt auch Perrecy selbst, da die eigenen Musiker verhindert sind. Über der Bühne per Beamer ein großer roter Schriftzug, die Haare vorne hochtoupiert und in dunklen gesetzten Farbtönen gekleidet, der Rest der Band in weißem Hemd und schwarzer Fliege. Die Mimesis ist perfekt, da die deutschen Texte den englischen fast originalgetreu nachempfunden sind. So dauert es keine Zwei Minuten und das White Trash erlebt feinste Gesangschöre, die immer wieder fordern “Hängt den DJ!“.

Perrecy bringt einen Knaller nach dem anderen. Ob jetzt “Bayrisch Blut, Preussisch Herz“, “Der erste der Jungs, der starb” oder “Haarschneider Auf Flamme“, es findet sich immer jemand der lauthals mitgröhlt. Nur der ständigen Forderung sein Hemd wegzuwerfen kommt er nicht nach, da das sein Budget übersteigen würde. Stattdessen stehen irgendwann die ersten drei Knöpfe offen und mag mag es kaum glauben, aber selbst sein Brusthaar steht dem Original in nichts nach.

YouTube Preview Image

(Das Video stammt vom Perrecy-Auftritt in München)

Als Abschluss gibt er noch den “Charmanten Mann” und ohne zur Zugabe die Bühne zu verlassen, was beim überfüllten Eingangsbereich des White Trash eh nicht möglich gewesen wäre (die Bühne ist direkt neben der Tür), endet das Konzert mit selig rezitierendem Publikum. Das singt selbst dann, als die Ukulele schon längst verstummt ist, immer noch “Da ist ein Licht, das niemals erlischt“.

Im Nachhinein hat sich das Warten zwar gelohnt, doch wenn, dann bitte, bitte, bitte nicht nochmal im White Trash, sondern auf einer viel viel größeren Bühne mit noch mehr Herschmerz.

myspace.com/perrecy07


(mo)

  • Keine(r)
  • Kommentar verfassen