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Sundstock 2007 – Rocken mit Meerblick

So, es wäre wieder geschafft, draußen schüttet es wie aus Kübeln, es blitzt, es donnert und man ist noch völlig aufgeputscht vom Wochenende.

Ja es war wieder Zeit fürs Sundstock dieses Jahr, ein bisschen später als sonst (15./16.Juni), jedoch versprach das LineUp so einiges Unterhaltsames.
Als Headliner Itchy Poopzkid, Karpatenhund, Lax Alex Contrax und dann noch eine Hand voll regionaler und nationaler Bands.

Die letzte Vorlesung hinter sich gebracht, öffnet auch schon der Einlass gleich neben dem Campus, bei diesem kleinen Festival welches jedes Jahr durch die Studenten selbst organisiert und veranstaltet wird. Sehr schön. Also rein, anstehen? Nein, man kam sich anfangs ziemlich allein vor, später wusste ich auch warum, Rafiki, die erste Band spielte zu Recht vor wenig Leuten, aber so konnte man erstmal eine Willkommensrunde übers Gelände machen, auf dem man in diesem Jahr auch erstmals zelten konnte, und ja es kamen sogar ein paar Camper.

Die Runde war schnell beendet und man hatte gerade allen Hallo gesagt, da stand auch schon die zweite Band auf der Bühne – Impuls IV. Mittlerweile hatten sich auch schon mehr Leute eingefunden und lauschten der Truppe, die sich erst letzten September gegründet hat, jedoch über genug Erfahrung verfügt, längerfristig durch die Lande zu touren.

Es folgte der angenehme Funk, Blues Hip Hop Mix von “der Fall Böse“. Sehr schön zum Sonne genießen und einfach nur zuhören. Der Fall Böse wurde dann zu den Akten gelegt und die Headliner betraten die Bühne.

Lax Alex Contrax sagten mir bis zu diesem Abend wenig, jedoch werden ich und die anderen ca. 399 Leute die es doch noch zum Sundstock geschafft haben, diese Band sehr gut in Erinnerung halten. Es hieß: “Sie schließen die Lücke zwischen den Ärzten und Seeed” und so abwegig es auch klingt, aber der Abend hat dies mehr als bestätigt!

Lax Alex ContraxDie Leute vor der Bühne waren selber überrascht von diesem Ska/Reggae/Punk/Off- Beatpop und so wurde wild gefeiert, bis die Lichter ausgingen und man nett vom Platz gewiesen wurde.
Vorher noch schnell “Eisbär” den letzten kostenlosen Kaffee vernichtet und mit großer Vorfreude in die Betten.

Der Samstag beginnt um 13.00 Uhr mit einem sinnflutartigem Regen. Als man es geschafft hatte, sich aus dem Bett zu bemühen, schwamm vor dem Fenster Stralsund davon. Kaum gefrühstückt kamen auch schon die ersten Leute, die einem berichteten: “Der Platz?! Pah, da kannste auch gleich in die Ostsee springen!”

Die gedrückte Stimmung schlug um in grandiose Euphorie nachdem aus “heiterem” Himmel die Sonne hervorkam und wieder richtiges Festivalfeeling aufkommen ließ! Also sofort zum Festivalgelände.

Da Parklane 7 kurzfristig abgesagt hatten, standen nun also Passadeena auf der Bühne und lieferten wie zu erwarten einen spitzen Auftakt. So waren auch von Beginn an fast alle, der leider wieder nur 400 Leute von Anfang an auf dem Platz, auf welchem man sich mittlerweile sogar wieder sonnen konnte. Auffällig war, dass sich anfangs sehr viel junges Gemüse vor der Bühne versammelt hatte, welches aber respektvoll den “Altrockern” wich, die denen zeigten, was sie unter Pogo verstehen.

Es folgten Sixxxten und 5Bugs und man merkte schon, dass dieser Abend sehr viel rockiger werden sollte, als der gestrige! Auf dem Gelände traf man nur strahlende Gesichter, die Sonne war auch noch da, der “Eisbär” versorgte alle mit etwas Süßem und genauso hatten sich doch alle das Sundstock gewünscht!

CrowdDie Zeit verging wie im Fluge und dann hörte man auch schon der Soundcheck von Itchy Poopzkid - also ab zur Bühne. Hinterm Zaun standen die Jungs auch schon mit dem zigten Bier in der Hand und unterhielten sich mit allen Leuten über Gott und die Welt – sehr sympatisch.

Mein erster Eindruck war also sehr positiv von der Band, die man auf einmal auf MTV gegen Madsen und ohne Geld durch Europa im Wettstreit touren sieht.

Der Auftritt war das definitive Highlight des gesamten Festivals. Hätte jemand die Uhr gestoppt, hätte diese am Ende sicherlich etwas bei zwei Stunden angezeigt. Man kann sich sicher sein, dass diese Jungs nach diesem Festivalsommer jeder kennen wird und zwar in postiver Hinsicht. Die Jungs aus Eislingen und mit dem Zitat “beschissenstem Bandnamen der Welt” (die Geschichte kennt wohl auch schon jeder) verstanden es die Leute zum Bewegen zu bringen. Innerhalb von zwei Liedern konnte man Leute abseits der Bühne vergebens suchen, denn alle Festivalbesucher trafen sich vor genau dieser – am Tanzen, Pogen, Crowdsurfen - also allem was dazu gehört. Perfekt machte diesen Auftritt noch die im Hintergrund untergehende Sonne.

Itchy PoopzkidEs fiel gar niemandem auf, dass man sich auf einem kleinen Festival befindet, da es mittlerweile dunkel war und vor der Bühne die Hölle los. Sehr sympathisch machten sich die Jungs nicht nur dadurch, dass sie einen Fan aus der Menge auf die Bühne holten und ihn dort gut versorgt mit Bier fast das gesamte Konzert anschauen ließen, sondern auch dadurch, dass sie nicht nur einmal auf die nächste Band hinwiesen und das nicht im Guten.
Nach geschätzten 10 Zugaben gab dann auch der letzte Besucher nach und Itchy Poopzkid verließen die Bühne, nachdem sie sich bei Stralsund bedankt hatten – mit dem Gewissen, einen spitzen Auftritt abgeliefert zu haben.

Sie ließen es sich natürlich auch nicht nehmen, die letzte Band des Abends mehr oder weniger anzukündigen. Backstage waren beide Bands schon auf einander getroffen und eine Romanze zwischen Sibbi (Sänger Itchy Poopzkid) und der doch recht ansehnlichen Sängerin von Karpatenhund wird es wohl nie geben.

Also damit ist es raus, die letzte Band Karpatenhund .

Sie hatten sich wohl schon Backstage ein gewisses Image verpasst und Starallüren wie Mariah Carey aufgelegt, getoppt von dem Fakt, dass extra für sie alkoholfreies Bier herangeschafft werden musste, denn sie wollten kein “richtiges”. Gefundenes Fressen für Itchy Popzkid, die nach dieser Feststellung dann auch endgültig die Bühne verließen und Platz machten.

Man muss sagen, dass Karpatenhund es auch wirklich schwer hatten nach diesen Jungs zu spielen und dann mit ihrem sehr akuraten, langweiligen Pop (Meinung des Autors).

die schnuckligeIch weiß, dass ich hier vielleicht nicht ganz objektiv bin, aber selbst für mich, jemandem der sehr viel Pop hört, hatte dieser Auftritt wenig Höhepunkte. Jedoch gab es auch solche, abgesehen von der bereits erwähnten reizdenen Sängerin, war der Song “Tag der nicht vergeht” ein echter Lichtblick und ließ die Übriggebliebenen vor der Bühne noch einmal kräftig loslegen. Da es jedoch nicht mehr so viele waren, wurde der Rest vom Programm runtergespielt und es wurde sich mehr oder weniger nett von Stralsund verabschiedet. Interessant wird es sein zu sehen, wo diese Band nach dem Festivalsommer stehen wird.

So.´Dann war es auch schon wieder vorbei. Kaum waren die letzten Rausschmeißer von den Soundleuten durch die Boxen gejagt worden, stand auch schon die Security vor einem und geleitete jeden anständig nach draußen.


Ein Fazit:

Schade, dass das Wetter nicht so toll mitspielte und schade, dass nicht mehr Leute zu diesem schönen Festival mit Meerblick gekommen sind. Schade, dass man bei der Bandauswahl wieder nicht über Deutschland herauskam (Skandinavien ist doch so nah), aber hier spricht ein Skand-Indie-Verseuchter Autor. Aber Itchy Poopzkid lieferten einen grandiosen Auftritt, Lax Alex Contrax brachten den Sommer nach Stralsund, der “Eisbär” muss die Truhen wieder auffüllen und ich, ich werde mich sofort bei der Sängerin von Karpatenhund für meine Kritik entschuldigen.


(Steffner)

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