The Big Pink | Review
31.10.2009 – Köln, Gebäude 9
Ein schauriges Wetter liegt über Köln. Passend zu Halloween eben. Und vielleicht auch der Grund, warum sich das Gebäude 9 vorerst nur spärlich füllt. Bei dem Line-Up des Abends allerdings unbegründet und wie sich später auch heraus stellt gar nicht wahr.
Die jungen Schweden von den Upallnights trotzten jeder Situation und waren mehr als bereit zu spielen. Und ihr größter Auftritt seit Bestehen der Band ist durchaus als erfolgreich zu betrachten. Aufregung ist ihnen ins Gesicht geschrieben, doch schaffen Kristoffer, Anders und Co. das noch relativ kleine Publikum zu begeistern. Neue wie ältere Songs wurden vorgestellt und schnell wird klar: die “The Factory Sessions” EP sollte in jedes gut sortierte CD-Regal hören.
Ganz anders – schon wie ein reiner Routine-Act – sind The Big Pink vorbereitet. Die wortkargen Engländer lassen es sich jedoch nicht nehmen, sich passned zum Abend mit schwarzen Balken und bleichen Gesichtern zu dekorieren (in der Hitze der Scheinwerfer eine durchaus schweißtreibende und zerlaufende Angelegenheit). Damit wird ihr musikalisches Talent um einen individuellen dunkleren Faktor erweitert. Ihr Shoegazing-Pop wummert im Brustkörper. Ob “Too Young To Love”, “A Brief History Of Love” oder “Velvet” – die Songs aus ihrem Debütalbum “A Brief History Of Love” sind durchweg erstklassig produziert und abgemischt.
Jeder Schritt, jeder Griff sitzt. Der Perfektionismus grenzt schon fast an das Unmögliche. Ein bisschen vermisse ich doch die Ecken und Kanten. Aber die sind tabu! Ein Fehler der Drummerin wird mit bösen Blicken von Furze gestraft. Es sind die großen Melodien, die das Publikum, das sich nun doch zahlreich versammelt hat, begeistert. Patzer sind da also keine Alternative.
Ein fulminantes “Dominos” beschließt die einzige Zugabe und überrascht nicht nur mich. Der Song, der Hit von The Big Pink schelchthin, der doch sehr nach “für die Charts gemacht” klingt, kann live auf der Bühne mit einer wahnsinnigen Gänsehaut überzeugen. Auch wenn die nicht mehr ganz so jungen Debütanten etwas zu durchdacht, zu berechenbar, zu perfekt sind, muss zugegeben werden, dass sie eben im Detail verstehen, was sie tun müssen, um zu gefallen und genre-übergreifend zu begeistern. Bravo!
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(Koksi)

















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