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Vuk | Review

16.04.2009 – Dresden, Ostpol

Es wurde langsam kühler an diesem Donnerstagabend, im Ostpol schloss man die Fenster. Vuk sollte heute abend spielen, und jetzt kurz nach 21 Uhr hatte sich außer einer Hand voll Leute noch niemand in den Ostpol verirrt. Doch das sollte noch werden, als es kurz vor zehn los ging, war der wohl schönste Club der Stadt relativ gut gefüllt, nicht zu viel, vielleicht 30 Mann standen und saßen vor der Bühne, die keine ist.

 

Vor uns stand eine alte Hammondorgel, ein moderneres Keyboard (auf dem ebenfalls Hammond stand – wohl eine E-Hammond-Orgel, wenn man so will) und ein kleines Drumkit. Vuk und ihre beiden Mitmusiker Loupine (Keyboard) und Janne (Drums) standen vom Sofa auf, die Hintergrundmusik (die an jenem Abend ein wenig an diese Filme erinnerte, wo einsame Menschen allein an der Bar sitzen und bei einem Bier ihre Lebensgeschichte mit dem Kellner teilen) verstummte.

 

moneybernd)
Vuk – Live (Dresden, Ostpol, 16.04.2009)

 

Es ging los und sofort fiel der Unterschied zwischen Vuks “Sprechstimme” und ihrer “Singstimme” auf. Die Ansagen waren leise, beinahe schüchtern, aber sobald sie sang, wurde ihre Stimme laut und kräftig und hoch und man konnte nur gebannt hinstarren, wie sie sich über Oktave und Oktave schraubte ohne zu zerbrechen. Der Schlagzeuger spielte sehr reduzierte Rhythmen oder Percussions, die junge Frau am Hammond-Keyboard unterstützte Vuk mit mal harmonischen, mal dissonanten Klängen und ihrer (wenn auch bei weitem nicht so guten) Stimme. Dissonanz und Harmonie lagen nie weit auseinander, kaum war eine Melodie ausgeklungen, versank die Orgel wieder in tiefen Mollseptimen, nur um dann wieder bei einer neuen, harmonischen Melodie zu landen. Vielleicht ein wenig wie Björk, nur ohne deren übertriebene Freakshow.

 

Es war bemerkenswert ruhig im Ostpol, das ist man bei Freeshows (noch dazu bei “leisen”) gar nicht gewohnt. Aber anscheinend hat Vuk es geschafft, den Großteil des Publikums in ihren Bann zu ziehen. Zweimal musste sie für Zugaben zurückkommen, das tat sie auch gern, las sogar noch etwas vor. Es war schließlich der letzte Tag ihrer kleinen Deutschlandtour, da kann man so was schon mal machen.

 

Vuk bei myspace


(moneybernd)

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