Wavves | Review

09.12.2009 – Dresden, Beatpol.
Da glaubt man mal, eine Band sei gehypt, weil sie in den USA vor vollen Hallen spielt und sämtliche Cover der Hipster-Presse ziert. Nichts ist, in Deutschland ist der Hype entweder noch nicht angekommen, oder schon wieder weg. Oder der Tag ist einfach zu ungünstig ausgewählt. Jedenfalls sind nicht mehr als 22 Leute im Beatpol, um Nathan Willams aka Wavves zu sehen. Was enttäuschend und ungerechtfertigt ist.
Als wir kurz vor neun den Beatpol betreten, sind es ja noch nicht mal 22. Sechs, sieben Leute lungern in den Ecken rum, es herrscht gähnende Leere, auch hinter der Bar. Das hat er nicht verdient, der Nathan. Erste Ängste machen sich breit, wird er überhaupt spielen? Naja, noch ist ja Zeit, vielleicht kommen noch Leute. Kurz nach neun fangen Hanoi Janes aus Zwickau an. Sie haben sich ihre Fans selbst mitgebracht, vor der Bühne stehen und tanzen ein Paar Leute, teilweise textsicher. Die Hanoi Janes sind nicht schlecht, nur leider viel zu klein für die große Bühne. Ihre 60s-inspirierten Popsongs, die teilweise nicht länger als eine Minute sind, passen viel besser in kleine, verrauchte Kellerclubs. Sie spielen souverän ihre halbe Stunde und wünschen uns dann viel Spaß mit Wavves.
Nathan Williams läuft durch den Club. Kapuze auf, Hände in den Taschen, alles scheint egal. Auf der Bühne baut er sein Zeug auf, Drummer und Bassist (übrigens von Jay Reatard entliehen, der im Beatpol auch schon ein relativ gutes Konzert gegeben hat) tun’s ihm gleich. Die Hintergrundmusik verstimmt. “Keep it playing, we’re not ready.” sagt der Bassist, die Hintergrundmusik geht wieder an. Kurz nach zehn gehts dann los. Rotzig, komplett egal und doch so cool schmieren sie ihre Lo-Fi-Noise-Kracher auf die Bühne. Viel zu leise jedoch. Etwas mehr Lautstärke wäre gut.
Es ist eine Superstimmung unter den paar anwesenden Leuten. Auf einmal ist es egal, das niemand da ist. Wavves ist klasse, Noise und Pop, Lofi und Surfpunk, die neue Jugendlichkeit Amerikas eben. Songs wie “No Hope Kids”, “So Bored” oder “California Goth” kommen gut, klingen aber live etwas softer als auf Platte. Es fehlt das gewisse Maß an Verzerrern und natürlich Lautstärke. Nichtsdestotrotz: super Auftritt, hingerotzt als gäbe es kein Morgen.
Nach ungefähr 35 Minuten ist auch schon wieder Schluss, Nathan baut alles wieder ab, so als wäre nichts geschehen und der Beatpol leert sich in Rekordzeit. Vielleicht liegt es am Datum, zur selben Zeit spielt in der Groovestation Kristofer Aström, der auch schon mal im Beatpol war. Da war es richtig voll. Und da hat Wavves als quasi Newcomer schon schlechtere Karten. Zu Unrecht, wie ich finde.
Und: niemand hat bessere Shirts als Wavves. Alles, was man mit Wavves assoziiert (?): Garfield, Drogen und Alkohol. Schöner Abend wars gewesen, wenn es auch hätte schöner sein können.
(moneybernd)

















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