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Zoot Woman | Review

21.09.2009 – Köln, Gloria
Things are what they used to be. So so, alles beim Alten, also? Auch wenn das darauf folgende “Ja” für den Einen ernüchternd langweilig klingen mag, so ist es für den Anderen eben das, was Zoot Woman ausmacht. 80er-Jahre Elektro-Pop? Nicht wirklich. Zoot Woman sind mehr. Das haben sie auf ihrer aktuellen Tournee durch Deutschland auch in Köln bewiesen.

Natürlich, das kleinkarierte Hemd passt perfekt zu dem in kleinkarierter Klebefolie eingewickeltes Mikro passt perfekt zur kleinkarierten Trommel des Schlagzeugs passt perfekt zur Strumpfhose der Bassistin. Jeder Schritt sitzt. Der Anzug passt. Zoot Woman. Eine Perfektion von Band? Ausgetüfteltes Konzept? Der Schein trügt? Es bleibt ein Rätsel. Auch bei Interviews stets etwas zurückgezogen und straight auf die musikalische Formation konzentriert erfährt man nicht viel von der Band an sich, bleibt Stuart Price einmal außen vor.

Denn genau dieser, der sich nicht hat blicken lassen, mag hinter all diesem stehen. Remixer, Producer, DJ, Texter – er kann eben alles und das auch noch erfolgreich. Sechs Jahre musste der Rest der Band warten, bis sich im Hause Zoot Woman wieder etwas getan hat. Viel und doch irgendwie auch wieder nur wenig. Musikalisch knüpft die Band genau dort an, wo sie 2003 mit ihrem selbstbetitelten Album aufhörten. Doch was anderen Bands das Bein brechen mag, macht Zoot Woman stärker.

Mit eben dieser Attitüde betreten sie die Bühne, als wäre nichts gewesen und legen zum Auftakt ein fulminantes “We Won’t Break” hin, welches das zahlreiche Publikum sofort zum Jubeln bringt. Wortkarg bringen sie anfangs die ersten Reihen, später auch die letzten, bei neuen wie alten Hits zum Springen. Hier werden die besten einstudierten Moves von zu Hause bei “Grey Day” ausgepackt, im großen Reigen wird zu “It’s Automatic” mitgesungen, bevor man wiederum seine Tanzbeine zu “Memory”, der neuen Single, und “Live In My Head” schwingt.

Doch weigere ich mich, das Prädikat “perfekter Abend” auszuteilen. Es scheint ein sturer Grundsatz meinerseits zu sein, doch sollte auf einer Tour, die den Titel des aktuellen Albums trägt, nicht vielleicht auch der Song zur Tour und zum Album kommen? “Things Are What They Used To Be” wartet vergebens auf seinen Einsatz. Ich warte vergebens auf meinen Lieblingstitel der aktuellen Scheibe. Doch sei dies hier nur als Lappalie hingestellt.

Zoot Woman – mit oder ohne Stuart Price – ist eine ausgezeichnete Band, die weiß, was sie tut. Kein Ton und kein Schritt ist unüberlegt. Bevor man etwas Unüberlegtes sagen könnte, sagt man lieber gar nichts und hält das Publikum lieber mit tanzbaren Beats auf Trab. So wie sie es auch schon vor sechs Jahren taten. Es ist eben doch alles beim Alten geblieben. Und das ist gut so.

zootwoman.com
myspace.com/zootwoman


(Koksi)

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